Silber werth; in ähnlichen Gränzen erhielt sich das Schwan-ken dieses Werthverhältnisses während der langen Reihe vonJahrhunderten bis zu der Zeit, als die neuen Productions-quellen des Mineralreichthums in der westlichen Welt in vollerThätigkeit waren. Von dieser Epoche an ging eine stufenweiseVeränderung des relativen Werthes beider edlen Metalle vorund das Gold erreichte beiläufig den ISfachen Werth desSilbers. Nach Humboldts Schätzung betrug die Gesammt-masse der in Amerika gewonnenen edlen Metalle von der Ent-deckung dieses Welttheils an bis zum Jahre 1803, 162 Mill.Pfunde Gold und 7178 Mill. Pfunde Silber, daher dasGewicht des gewonnenen Silbers sich zu dem des Goldeswie 34:1 verhält.
Der Werth des seit der Entdeckung Amerikas producirtenSilbers übersteigt daher den des Goldes um das Dreifache,Dagegen ist der Reibungsverlust des Silbers viermal so groß,als jener des Goldes. Es ist deßhalb klar, daß das Goldseiner großem Dauer wegen im Verlaufe der Zeit an Werthgegen Silber zunehmen, d. i., daß 1 Pfund Gold mehr als15 Pfunde Silber gelten mußte. Dieß erfolgte theils wegender verhältnißmäßig größer» Silbermenge, welche man erhielt,theils deßhalb, weil von dem zur Zeit der Entdeckung Ame.rikas vorhandenen Vorrathe an Gold weniger als an demdamaligen Silbervorrathe durch Reibung verloren wurde. Inwelchem Grade übrigens jede dieser beiden Wirkungen zurErhaltung des Werthverhältnisses beider Metalle währendder letzten beiden Jahrhunderte beitrug, ist schwer zu bestim-men. Nur so viel ist gewiß, daß, nachdem die Preise über-haupt mit der vermehrten Quantität der edlen Metalle ge-stiegen waren, weit mehr Goldmünze zu solchen größerenZahlungen verwendet wurde, welche man früher in Silberleistete, und dafür das Silber bei vielen andern Zahlungenan die Stelle des dazu gebrauchten Kupfers oder anderer ge-ringerer Metalle trat.
Man darf daher annehmen, daß der verhältnißmäßigeWerth des Goldes in Form der Münze gegen jene des Sil-bers sich verändert habe. Beide haben sich der Masse nach