war für eine frühere Epoche auf einen Fünftheil der ganzenProduktion der amerikanischen Minen angeschlagen worden.Mein der indische Handel war dazumal noch in seiner Kindheit;zuerst in den Handen der Portugiesen und bald darauf zumTheile von den Holländern in Anspruch genommen. Schonexistirten auch englische und französische Compagniecn, welchejedoch nur mit geringem Erfolge und in beschränkter Aus-dehnung einigen Handel betrieben. Erst durch die Verbin-dung der beiden englischen Gesellschaften im Anfange deS 18.Jahrhunderts erlangte der ostindische Handel Stabilität undAusdehnung und wuchs allmählig zu einem Umfange an,welcher den Verkehr aller übrigen europäischen Staaten zu-sammen übertraf.
Die Consumtion des Thee's, welche sich stufenweise vonden höchsten Elasten der Gesellschaft in England bis zu denniedrigsten verbreitete und endlich ein ganz allgemeines Lcbens-bedürfniß wurde, bewirkte eine fortwährend steigende Nach-frage nach Silber für den chinesischen Handel, welche ohnedie stets zunehmenden reichen Ausbeuten der amerikanischenBergwerke nicht hätte befriedigt werden können. Der Ver-brauch an Thee stieg in England während des 18. Jahrhun-derts um das 100 fache und selbst in den dreißig Jahren von1780—1810 von acht auf fünfundzwanzig Millionen Pfunde.Nicht weniger reißend stieg die Nachfrage nach chinesischerSeide gegen das Ende dieser Epoche und gewährte demchinesischen Handel mehr als den Ersatz für die verminderteAbnahme des Nankins und chinesischen Porzellains, welchesich durch die Verbesserung der englischen Porzellainfabrika-tion und Baumwollenmanufaktur ergeben hatte. Gleich demchinesischen zog auch der indische Handel fortwährend einegroße Masse Silber aus Europa. Der größere Theil der-selben ging zur See um das Vorgebirge der guten Hoffnung,allein ein anderer constanter wiewohl fast unmerklicher Ab-zugskanal nahm seinen Weg südlich aus der Levante nachIndien und aus Rußland nach dem Norden; letzterer ins-besondere hatte gegen das Ende dieses Zeitraumes ungemeinzugenommen. Die nordamerikanischen Staaten wurden nachihrer Unabhängigkeit Mitbewerber im chinesischen und indischenII. 9