die Goldproduction auZ den afrikanischen Goldwäschereien, alsder einzigen Quelle der dortigen Goldgewinnung, gewöhnlichsehr übertrieben geschildert wurde. Nicht weniger dienen die-selben zur Erklärung der Thatsache, daß, obgleich verschiedenegrößere Zahlungen in Gold gemacht werden, doch die gerin-geren gewöhnlich in spanischen Dollars erfolgen (welche derbeklagenswerthe Sklavenhandel in größeren Quantitäten alsje zuvor dort eingeführt hat) und die kleinen Ausgleichungenin den unter dem Namen Cowries bekannten Muschelschalen,welche früher in ganz Afrika als Currentmünze gebrauchtwurden.
Bekanntlich galten im afrikanischen Küstenhandel wederGold noch Silber als Werthmesser, aber seit dem ersten Ver-kehr der Europäer mit jenen Küsten hat sich ein idealesWerthmaaß gebildet, welches Barre genannt wird, weil dererste Haupthandelsartikel in Eisenbarren bestand. Alle übri-gen Artikel wurden hiernach geschätzt; ein Sklave, ein StückWollentuch oder indischer Baumwollenzeug wurden nach einerbestimmten Anzahl Barren berechnet und selbst das Eisenwurde und wird noch gegenwärtig nach solchen idealen Bar-ren geschätzt. Da das Gold ai^f diese Art als ein bloßesUtensil und daher geringer im Werthe gilt, als wenn es zu-gleich die Function des Geldes vertreten würde, so wird esim Allgemeinen mit größerem Gewinne nach andern Ländernausgeführt, wo es in seiner doppelten Eigenschaft als Utensilund Werthmesser aller übrigen Güter zugleich im Austauscheweit höher verwerthet wird.
Die gesammte Goldproduction Afrikas ist, wie aus demAngeführten hervorgeht, unbedeutend und von einer Silber-gewinnung ist nichts bekannt; wir glaubten daher bei denSchätzungen über Production und Consumtion der edlen Me-talle im Großen diesen Welttheil füglich außer Acht lassen zudürfen. Inzwischen erwähnen wir noch mit wenigen Wortender Ostküste Afrikas, woselbst die Portugiesen wegen desSklavenhandels noch einige Niederlassungen behaupten. EinigeSchriftsteller des 16. Jahrhunderts nennen mehrere Punktean jenen Küsten, als Melinda, Sofala, Mozambiquc und
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