Zinn.
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Schmelzen an der Luft als Zinnasche erhalten, durch Ver-brennen desselben in der Weifsglühhitze als Zinnblumen, inbeiden Fällen als ein strohgelbes Pulver, bei jedesmaligem Er-hitzen dunkler werdend, äufserst strengflüssig, nicht ver—dampfbar. Das wasserfreie Oxyd löst sich nicht in Säuren,aufser nach vorangegangener Schmelzung mit einem Alkali.Das Zinnoxydhydrat löst sich leicht, nur nicht das durch Be-handlung des Zinns mit Salpetersäure erhaltene, welches be-sondere anomale Verhältnisse zeigt. Die Zinnoxydsalze ver-halten sich gegen Zink und Kadmium und gegen ätzendesund kohlensaures Kali wie die Zinnoxydulsalze, alrer sie gebenmit Hydrothionsäure einen gelben und mit Goldlösung keinenNiederschlag. Das Zinnoxyd bildet mit mehreren stärkerenSalzbasen Verbindungen, die zinnsauren Salze, in welchen esdie Rolle einer schwachen Säure übernimmt.
Wie mit 1 und 2 Atomen Sauerstoff verbindet sich 1 AtomZinn auch mit l und 2 Atom Chlor, Brom , Iod und Schwe-fel , das Einfach - Chlorzinn ist grauweifs, durchscheinend,schmilzt bei 250° C. zu einer öligen Flüssigkeit und siedetbei anfangender Glühhitze. Es löst sich leicht im Wasser;dieselbe Lösung erhält man beim Behandeln des Zinns mit Salz-säure, wobei sich WasserstofFgas entwickelt. Beim Abdampfenund Fällen der Flüssigkeit erhält man farblose Säulen von ge-wöhnlichem Zinnsalz, welches man als gewässertes Einfach—Chlorzinn oder als salzsaures Zinnoxydul betrachten kann. DasDoppelt-Chlorzinn, oder Libav’s rauchenden Geist erhält manbei der Verbrennung des Zinns in trocknem Chlorgas, oder beider Destillation von Zinnfeilich mit Einfach-Chlorquecksilberals eine dünne, wasserhelle, schwere Flüssigkeit, bei 120° sie-dend an der Luft dicke Nebel verbreitend. Ihr Gemisch mit^ Theil Wasser erstarret beim Erkalten zu einer Krystallmass%von gewässertem Doppelt-Chlorzinn oder doppelt-salzsauremZinnoxyd, in einer gröfseren Wassermasse löslich. Das Ein-fach-Schwefelzinn entsteht beim Erhitzen von Zinn und Schwe-fel unter heftiger Feuerentwickelung als eine dunkel bleigraue,krvstallisch blättrige, strengfliissige Masse. Das Doppelt -Schwefelzinn oder Musivgold wird auf vielfache Weisen be-reitet , die aber meistens darauf hinauslaufen, dafs man zuerstEinfach-Chlorzinn bereitet und dieses mit Schwefel beinahebis zum Glühen erhitzt, wobei sich das Zinn zwischen dem