Indiiction.
301
primären gleichgerichteten Strom, d. h. die Wirkung des End-gegenstromes allein. Nennt man p den primären, A den An-fangsgegenstrom, E den Eudgcgenstrom, so gieht die Verbin-dung von I. und II. p — A -j- E, von I. und III. p — A, vonII. und III. E. Aus zahlreichen Versuchen ergiebt sich danndie Eigentümlichkeit der inducirten Ströme rücksichtlich ihrerphysiologischen Eigenschaften, der erzeugten Funken, ihrerEinwirkung auf das Galvanometer und die bewirkte Wasser-zersetzung im Voltameter, worüber wir auf die Abhandlungselbst verweisen müssen *.
Eine schätzbare Erweiterung unserer Kenutniss der Iuduc-tionsphäuomcne gehen die Versuche Wartmann’s 1 2 . Zuerstuntersuchte derselbe den Einfluss der in den inducirendcn Stromeingeschalteten Drähte auf die Stärke des inducirten Stromesund fand, dass hei gleichhleihcndcm inducirten Drahte die Stärkedes inducirten Stromes in arithmetischer Progression abnimmt,wenn die Länge des eingeschalteten, geschlossenen oder offe-nen Drahtes in geometrischer Progression wächst. AchnlichcResultate wurden erhalten, wenn der inducirtc Draht sich gleichblieb, die Iuduction aber durch zwei Drähte, einen glcichbleiben-den und einen veränderlichen, geschah. Mittelst Reibungselek-tricität erhielt Wartmann Resultate, welche mit denen durchFaraday 3 gefundenen völlig Ubercinstimmteii. Ausserdem fander, dass keine Inductiou in einem Drahte entsteht, dessen Rich-tung zwei rechte Winkel mit dem inducirendeu Strome bildet,woraus sich folgern lässt, dass der durch den elektrischenStrom erzeugte Magnetismus die hauptsächlichste oder einzigeUrsache der hervorgerufeneu Inductiou sey.
Von grosser Wichtigkeit sind die elektrischen Inductions-strüme wegen ihrer Anwendbarkeit zur me di ci uischenElektricität. Dass die Elektricität als Heilmittel von aus-gezeichneter Wirkung sey, unterliegt keinem Zweifel und gehtgenügend aus demjenigen hervor, was in einem eigenen, die-sem Gegenstände gewidmeten Abschnitte (Bd. 111. S. 390) hier-über gesagt worden ist. Inzwischen wurde von diesem sehr euer-
1 Poggendorff Ami. Bd. LVf. S. 251.
2 Bullet, de la Snc. Roy. de Brux. 1843. T. X. P. II. p. 381.Lond. and Edinb. Phil. Magaz. N. 166. T. XXV. p. 266.
3 Experimental researches. §. 1613 ff.