342 • Sachregister.
Schon vor längerer Zeit gewahrte De LA RlYE 1 den Einfluss,welchen die Erhitzung des Platius auf die Aufnahme oder Ab-gabe der Elektricität von ihm)an Flüssigkeiten ausübt, später hater die Erfahrung genauer beschrieben, ln eiu Gefäss mit verdünn-ter Schwefelsäure oder Salpetersäure wurden zwei Streifen Platiugetaucht, so dass der Strom einer schwachen Säule von ihucndurch die Flüssigkeit strömte, und zugleich war ein Galvano-meter in die Kette eingeschaltet, um die Stärke des Stromeszu messen. Beide Platinstreifcn waren rechtwinklig umgebo-gen, so dass sich ihre horizontalen Enden durch uutergesetzteWeingeistlampcn bis znm Sieden der durch sie berührten Flüs-sigkeiten erhitzen liessen. Ohne diese Erhitzung betrug dieAblenkung der Nadel 12°, durch Erhitzung stieg diese abernllmälig bis 30°, und diese Grösse blieb sich gleich, als dieLumpe des positiven Pols ausgelöscht wurde; nachdem diesesaber mit der des negaliveu geschehen war, obgleich die despositiven blieb, sank die Ablenkung wieder auf 12° herab. l)iellitzc des positiveu Plulinstreifeus war ohne Einfluss auf dieLeitung. Die Ursache, aus welcher hei flüssigen Körpern dieLeitungsfähigkeit durch Wärme vermehrt, hei Metallen dagegenvermindert wird, kann nach De LA Rive nicht im Flüssigkeits -zustaude liegen, weil Quecksilber sicli wie ein Metall verhält,und er glaubt daher, sie vielmehr in die leichtere Zerlegbarkeitsetzen zu müssen, die hei zusammengesetzten Körpern in derRegel mit dem Leitungsvermögen verciut ist 1 2 . FARADAY 3 fanddie an den Platinelektroden wahrgenommene Erscheinung nichtvollständig bestätigt, obgleich die Erwärmung beider Elektro-den, und anscheinend vorzugsweise der negativen, die Leitungverstärkten, VoRSSELMAH DE Heer aber zeigt durch eine Reihevon Versuchen, dass die Ursache in einem hindernden Uebcrzugcder negativen Elektrode liegt, die dadurch polarisch und sofortwieder besser leitend wird, wenn man diesen durch Erhitzenbis zum Sieden oder durch Erschütterung fortschaft’t 4 .
Zu dem, was über die relative Leitungsfähigkeit der Me-
1 Ann. Chim. et Phys. T. XXXIX. p. 304. PoggendorfT Ami.Bd. XV. S. 107.
2 Bibi. univ. de Geneve. 1837. Fevr. T. VII. p. 388. PoggendorffAmi. Bd. XLII. S. 99.
3 §. 1637-1639.
4 Poggendorff Ann. Bd. XLIX. S. 109.