Passivität.
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der in Schutz genommen. Erhitztes, also mit Eisenoxyd-Oxy-dul überzogenes Eisen wird in kalter starker Salpetersäurenicht angegriffen, in heisser löst sich dieses Oxydul auf undentsteht jederzeit neu. In Säure von dem spec. Gewichte 1,35entsteht der Uebcrzug durch die Verbindung mit Platin, wel-ches die am Eisen frei werdende — Eleklricilät an das ausge-schiedene Stickoxyd überführt und die Vereinigung des Sauer-stoffs mit dem Eisen an allen Puucten begünstigt. Eine gleicheWirkung findet statt, wenn das Eisen als positive Elektrodedient. Oxydirbarc Metalle, als Kupfer, heben den passivenZustand auf, indem sie den Sauerstoff der Säure aufnehmenund die — Elektricität dem Eisen zuführen, gegen welches sichdas ausgeschiedene Stickoxyd hiubcwcgt und mit der Oxyd-hülle vereint diese durch Entziehung des Sauerstoffs zerstört.Stark passives, mit einer dicken Oxydschicht überzogenes Eisenmacht gewöhnliches passiv, weil über letzterem früher eineOxydschicht gebildet wird, als die des erstcreu völlig zerstörtist, und ebenso macht actives Eisen umgekehrt das passivegleichfalls activ, der passive Zustand wird aber durch alleSäuren aufgehoben, welche das Eisenoxyd leicht auflösen.Hiergegen lässt sich iudess mit Grunde cinwendcn, dass dieVoraussetzung einer wegen ihrer Dünne unsichtbaren Oxyd-schicht mit optischen Gesetzen im Widerspruch steht, denn diedünnsten Schichten, wenn wirklich vorhanden, haben die leb-haftesten Farben, und zwar beginnen diese mit dein Blau, undwenn das erhitzte Eisen zuerst Gelb zeigt, so ist fraglich, obdieses der ersten Ordnung der Newton’schcn Farben zugehörtoder nicht vielmehr einer folgenden. Gmelin gesteht übrigensselbst, dass die Hypothese nicht alle Erscheinungen erkläre,und so lange dieses der Fall ist, muss notbwendig nach einergenügendem gesucht werden.
Der hier aufgestellten Ansicht stclieu die Resultate entgegen,welche Martens 1 aus seinen Versuchen entnommen hat, w’onachblanker Eisendraht durch Glühen in reinem WasserstofTgas anlicfund der blaue Uebcrzug daher nicht durch eine diiune Oxydscbichterzeugt werden, mithin die dann sich zeigende Passivität von
1 Bulletin de l’Acad. de Brux. 1840. P. I. p. 393. 1841. P. II.p. 305. 1842. P. II. p. 22. Poggendorff Ann. Bd. LXI. S. 121.
Reg. Bd. zu Gehler’s Wiirterb. Q