Passivität.
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stnttfindct, mit Rücksicht auf die gleichzeitig 1 erzeugten Gegen-ströme. Allerdings zeigen sich bei dieser Erklärung noch ei-nige Schwierigkeiten, allein es dürfte wohl noch zu früh seyn,auf diese Einzelnheiteu cinzugehen, bevor nicht die Hauptsachegenügend begründet ist.
Das Verhalten des Eisens gegen eine gesättigte Lösungvon Kupfervitriol bildet den Gegenstand neuer Untersuchungenvon Schönbein *. Wird ein mit dem positiven Pole einer Volta’-schen Säule verbundener Eisendraht in diese Lösung gesenkt,nachdem schon die Elektrode des negativen Polcs in dieselbegetaucht ist, so wird ersterer passiv; cs schlägt sich kein Ku-pfer an ihm nieder und entwickelt sich Sauerstoffgas. Ebensofället ein Eisendraht, den man durch einmaliges Eintauchen inconcentrirte oder durch mehrmaliges in gewöhnliche Salpeter-säure passiv gemacht hat, kein Kupfer aus dieser Lösung. Istder Draht dagegen durch Erhitzen, durch Vergolden oder Ver-platiniren gegen Salpetersäure passiv gemacht, so verhält ersich activ gegen Kupfervitriolsolulion. Dieses Ausbleiben derPassivität leitete Schönbein von der schlechteren elektrischenLeitungsfähigkeit der Vitriollösung ah, die das Entstehen eineshinlänglich starken elektrischen Stromes hindere; inzwischengewahrte er noch folgende Erscheinungen. Lässt man einenmit dem positiven Pole einer etwas kräftigen Säule verbunde-nen Eisendraht in einer gesättigten Solution Blcizucker, inwelche auch die negative Elektrode gesenkt ist, 8 bis 10 Minu-ten eingetaucht, so hat inan hierdurch einen Versuchsdraht,dessen eingetauchtes, also passives Ende a, das andere activeaber b heissen möge. Ein solcher Draht verhält sich passivgegen verdünnte Salpetersäure jeder Art, übertrifft also an Stärkeder Passivität jede auf anderweitige Weise, ausser die durchVerbindung mit dem positiven Pole erzeugte. Merkwürdig istdabei, dass, wenn das Ende a des Versuchsdrahtes zuerst unddann b in verdünnte Salpetersäure getaucht wird, das Bleihyper-oxyd nach und nach verschwindet, und die Passivität aufhört,wenn die letzte Spur desselben verschwunden ist. Taucht mandas Ende a des Versuchsdrahtes zuerst in Kupfcrvitriollösung,und dann das Ende b, so wird letzteres passiv, und es schlägtsich weder an diesem, noch am ganzen Drahte Kupfer nieder,
1 Poggendorff Ann. Bd. XLI. S. 41.