Sachregister.
4?S
doch dauert dieser passive Zustand nur so lange> als sich beideEnden in der Lösung; befinden. Ein mit diesem Versucbsdrabteverbundener Drabt wird gleichfalls passiv, bleibt dieses abernur so lange, als die Verbindung dauert. SciIÖNBEIN setzte mitRecht voraus, dass hierbei ein, wie oben beschriebener, Stromvon b nach a stattliuden müsse, und Versuche mit feiueu Gal-vanometern überzeugten ihn auch von der Existeuz desselben,nur schien ihm dieses riitbselhaft, weil ein solcher ohne chemi-sche Action, die hier gänzlich fehlt, nicht stattfinden könne;doch dürften alle Erscheinungen sich leichter erklären lassen,wenn er diesen noch keineswegs bewiesenen, durch die denhydroelektrischen gleichen thermoelektrischen und maguctoelek-trischen Ströme, durch die luductiou und den Volta’scbcn Fun-damentalversuch genügend widerlegten Satz aufgeben wollte.Wurde der Versuchsdraht mit seinen beiden Enden in zwei Ge-wisse cingetaucht, so zeigten sich im Ganzen die so eben vor-her beschriebenen Erscheinungen. Nimmt man in den eben be-schriebenen Versuchen statt der Blcizuckersolutiou eine Auflösungvon salpclcrsaurcm Silber, so wird das Eisen darin auf gleicheWeise passiv 1 2 .
Die letzten Untersuchungen SCHÖHBEis’s 2 vervollständigendie fast unübersehbare Menge von Thatsachcn, deren Ueberein-stiinmung im Gauzen ihn aber zugleich zu einem Versuche derErklärung vermag. Die vorletzte Versuchsreihe wurde auf fol-gende Weise augestellt. Beide Elektroden einer kräftig wir-kenden zusammengesetzten Säule wurden in Uuccksilbernäpf-cheu geleitet; aus demjenigen der letzteren, welches dem po-sitiven Pole angehörtc, ging ein Eiseudraht in ein Gelass mitein Zwölftel Schwefelsäure enthaltendem Wasser, aus dem an-deren, dem negativen Pole augehörenden, ein Platindraht iueben dieses Wasser. Unter diesen Umständen wird der Eisen-draht bekanntlich passiv, er gleicht dem Platin, und am nega-tiven Drahte zeigt sich eine uninerkliche oder gar keine Was-serstolfgasentbiudung. Dieser Zustand der Unlliätigkeit kannaufgehoben und eine grössere oder geringere Wasserstoflgas-entbindung hervorgerufen werden: 1) wenn man die Platinelek-trode einen Augenblick in Berührung setzt mit der positiven
1 Poggendorff Arm. Bd. XLHI. S. 103.
2 Ebend. Bd. LVU. S. 63. Bd. LIX. S. 421.