Regenmass. 491
Sperrkeil in ein Rad mit schrägen Zähnen greift, diesesum einen Zahn fortschiebt und somit die Zahl der Entleerun-gen der ersten Flasche misst. Der Hebelarm bewegt zugleicheine Stange, welche beim Niedersinken des Bechers einenHahn umdreht, um das Zuflussrohr abzusperren, und erst dannwieder zu öffnen, wenn Flasche und Becher durch ihre Hebergänzlich entleert sind.
Der Apparat ist, wie man aus dieser Beschreibung undnoch deutlicher aus der Zeichnung ersieht, sinurcich construirt,doch scheint er mir folgenden Fehlern zu unterliegen. Dercomplicirte Mechanismus des Räderwerks, welchen Mohr demTaylor’schcn (und Horucr’schen) vorwirft, ist nach meinen Er-fahrungen keineswegs hinderlich, schwierig dagegen dürfte esseyn, die für diesen neuen erforderlichen Gewichte gehörig zuhalancircn, namentlich um den Huhn jederzeit gehörig zu öff-nen und zu schliesscn, da in beiden Fällen, wenn dieses [nichtstattfände, gar keine Messung möglich wäre. Da aber derHuhn der freicu Luft und dem Regen, so wie dem stets in derAtmosphäre schwebenden Staube ausgesetzt ist, wenu man ihnnicht überbauen und dadurch das Ganze noch complicirter ma-chen will, da ferner Trockenheit und Nässe, Kälte und Wärmeabwechselnd auf ihn wirken, so dürfte er leicht zu schwer be-weglich werden, als dass das Uebergewicht des Wassers imBecher ihn zu öffnen oder dessen Gegengewicht ihn zu schlies-scn vermöchte. Ist vollends das Regenwasser, wie immer, et-was unrein, namentlich durch Substanzen, die in das Auffau-gegefäss fallen, so kann sich leicht etwas Schmutz zwischenseine Wandungen drängen und seine Beweglichkeit vermindern.Wählt man eine weite Durchbohrung desselben, so muss erselbst grösser und somit schwerer beweglich seyn, eine engeDurchbohrung desselben könnte aber verursachen, dass sichdie Oeffuung mit Schmutz verstopfte, welchen das Wasser stetsmit sich fuhrt, selbst wenn das Anffangegefüss mit einem feinenSeiher versehn ist. Ein Hauptfehler, welcher den gemeinenRegenmessern zum Vorwurf gereicht, haftet an diesem gleich-falls, nämlich der der Verdunstung aus dem Gefässe A, weundieses nach einem Regen nicht ganz gefüllt ist und daun an-haltende Trockuiss ciutritt. Der Raum zwischen den beidcuRöhren d darf nicht zu eng seyn, denn sonst könnte dasWasser zwischen beiden anhängen und iiberfliessen, ohne dass