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Teutschland nach seiner natürlichen Beschaffenheit und seinen frühern und jetzigen politischen Verhältnissen / von K. E. A. v. Hoff
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II. Natürliche Beschaffenheit.

sprunge als die Donau, ja bei der Vereinigung beider von be-trächtlicherer Größe ist, wird hier der Anfang mlt dem Inngebietegemacht. Daß der Inn bei seiner Mündung den Namen verlorenhat, auf dessen Beibehaltung er so großen Anspruch hatte, kömmtunstreitig daher, daß beide vereinigten Flüsse von dem Vereini-gungspuncte an ihren Lauf nicht in der Richtung des Inn, son-dern in der der Donau fortsetzen. Das ist aber nicht die Wir-kung eines UebergcwlchteS auf Seiten der Donau, sondern der Ge-staltung des umliegenden Bodens, da große, vom Böhmcrwaldeauslaufcnde Gebirgsarme alles Weiterfließen des Stromes in derRichtung nach NO. hindern. Dazu kömmt, daß aus diesen Ge-birgsarmen viele Waldströme mit starkem Falle, vornehmlich diebeträchtliche Ilz, dem Inn und zwar bei seiner Mündung geradeentgegen strömen. Dadurch erhält dieser Strom einen Impuls,mitten zwischen beiden Gcgenströmen durchzugehen, und, statt deshohen BodenS nach dem Böhmcrwalde zu, den einen minderenWiderstand leistenden und minder crhöhcten nach Linz hin zudurchbrechen.

Der Inn entspringt aus den Gletschermassen der Septimer-,Malvia-, Oro- und Vernina-Berge, durchströmt fast in gera-der Linie nach NO. das lange Thal deS Ober- und Unter-Enga-dln, in welchem ihm außer vielen kleineren Glctscherbächen r. derSpolbach vom Livincr-Thal zufällt. Zwischen Martinsbruck undFinstermünz tritt der Inn in das Tirol ein, und geht dort mitunveränderter Richtung weiter bis nach Ladis und Prutz, wo erzuerst wieder r. einen bedeutenderen Zufluß erhält in dem vomGebatscher - Ferner herabkommenden F-ggenbach. Dieser Zuflußtreibt den Inn gegen NW. bis Landcck und Stanz, wo ein an-derer ihm l. zufallender Bach ihn wieder in seine vorige Richtungbringt, die vom Jamthaler Gletscher kommende Trisanna vereinigtmit der Rosana, die etwas weiter nördlich entspringt. Wei Jmstfällt ihm der Bach aus dem Gurgl-Thale von N., und einekleine Strecke tiefer von S. der pizobach vom Hagenden Fernerzu, und noch weiter unten der beträchtliche, vom großen OezthalecFerner kommende Gezthaler Dach (Achen). Won hier an gehtder Znn gerade östlich nach Innsbruck, erhält aber, ehe er dahin