2. Wafsecvertheilung. e. Züflüffe z. Teutschen Meere. 115
Jahdebuscns bewahrt. Die Nachrichten davon reichen bis zumJahre 1016, in welchem dort «in Stück Landes mit einemSchlosse Ulcllum von den Wellen verschlungen worden seyn soll»Im I. 1218 soll ein neuer beträchtlicherer Einbruch de- Meeres,und im I. 1511 ein nicht minder bedeutender erfolgt seyn, dermehrere Kirchspiele der Voigtei Rüstungen für immer unter demMeere begrub. Im I. 1651 wurde abermals Land durch dieFluth abgerissen.
Der westlich folgende, noch größere Busen, zwischen Ost»friesland und Gröningcn ist der Lollart, in welchen die Lmsmündet. Auch dieser Busen ist neuerer Entstehung, und scheintin der Zeit, da die Römer diese Gegenden zuerst besuchten, nochnicht vorhanden gewesen zu seyn. Das jetzt von ihm bedeckteLand hieß das Rcidcrland (l'erru keiciLNsium), welches von derEms bis zu ihrer Mündung umflossen wurde. Diese Mündungbestand in etlichen Aripen westlich von der heutigen Stadt Ems,wo sich schon ein ungefähr bis Delfzyl reichender Busen befand.Im I. 1277 in der Weihnachtszeit verursachte eine große Fluthdie erste bedeutende Zerstörung. In den Jahren 1278, 1280und 1287 brachen neue Fluthen ein, und das Abreißen von Landwiederholte in den nächsten Jahrhunderten. Im I. 1507 warnoch ein Theil von der nicht unansehnlichen Stadt Torum übrig,und erst im I. 1539 kam weiter landeinwärts «in Deich (Damm)zu Stande, der dem wettern Umgreifen des Meeres Gränzen setzte.Die auf diese Weise allmählich vom Meere verschlungene Gegendenthielt, außer der genannten Stadt, fünfzig Märkte, Dörferund Klöster, zum Theil die schönsten und reichsten in Friesland,und die Ufer wurden um dreizehntausend Schritte zurückgerückt.Zwei Flüsse, welche den zerstörten Landstrich bewässerten, die Tiamund die Lche, sind dadurch aus der Reihe der Flüsse verschwun»den. Der neue Meerbusen hielt anfangs gegen sechs Quadrat-meilen ; er ist jedoch in der Folgezeit durch Ansetzen neuen Lande-und durch Eindeichungen verkleinert worden. Von dem Busender Emsmündung geht ein kleinerer, die Lepbucht, östlich in dasFestland von Ostsriesland.