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Teutschland nach seiner natürlichen Beschaffenheit und seinen frühern und jetzigen politischen Verhältnissen / von K. E. A. v. Hoff
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H. Natürliche Beschaffenheit.

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schon vor dreihundert Jahren von dem hochgebildeten ItalienerAencao Sylviuo hoch gepriesen wurde, höher fast als sein da-mals in der Cultur weit höher stehendes Vaterland. Dankbarmuß insbesondere Teutschland ja die Welt auf den Punctam Ufer des Rhein blicken, der seit mehreren Jahrhunderten Pflege-stätte der Wissenschaften war, auf Mainz; dem Orte, von demdie größte Erfindung ausging, die für geistige Bildung gemachtworden ist.

Und dieser merkwürdige Strom, mit seinem ächt teutschenNamen, gehört Teutschland an von seinem Ursprünge bis zu sei-nem vielverzweigten Ausflusse In den Ocean, der der Teutsche ge-nannt wird. Kaum mischt an seinen fernsten Quellen sich etwasItalisches mit der Teutschen Natur; schon die ersten menschlichenWohnungen unter seinem Ursprünge tragen teutsche Namen; imEraubündnerlande ist er völlig Teutsch. Die Strecke, wo ihnvor nicht viel mehr als Einhundert Jahren rechtlose Eroberungzur politischen Gränze von Teutschiand gemacht hat, sondert dochnur teutsche Länder davon ab, und die Bewohner des Elsassessind keine Franzosen.

Zwei Hauptquellen, welche Bäche liefern, die von der Quell«an den Namen Rhein führen, bezeichnen die Anfänge dieses gro-ßen, geographisch und historisch berühmten Stromes, der -Sinter-Rhein und der vorder-Rhein, beide an der höchsten Aipenketteentspringend.

Die am weitesten gegen Osten und Süden gelegene Quelle,die des Sinter-Rhein, entspringt an der Nordfeite des das Her-zogthum Mailand im Bezirke Ticino von Graubünden scheidendenAdula - Gebirges, zwischen dem Bernardin und Piz-Valrhein, undfließt gegen Nordost am Fuße deS Splügen, welcher, so wie diefolgenden Berge, ihm seine Eletscherwasser zusendet. Zwei große,von Ehuc kommende Landstraßen überschreiten in diesem hohenThale den jungen Rhein, die eine nach Drllinzvna führende beidem Orte Hinter-Rhein in Westen des St. Bernardin, die an-dere nach Ehiavenna bei dem Dorfe Splügen über den gleichna-migen Rücken im Osten deS Tombenhorn. Bei Bärenberg cm-