III. Tculschland« Bewohner.
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delt und geleitet» daß seine Cultur die besten Früchte verspricht.Oesterreich hat der Geschichte vornehmlich große Staatsmännerund Feldherren geliefert.
Franken hingegen — jetzt der nördliche mit dem südlichengewaltig contrastircnde Theil des Königreich« Baiern —, bewohntvon einem den Schwaben und Rheinländern ähnlichen Volksstamme,mit Schwäbischer Treuherzigkeit Rheinländische Gewandtheit ver-bindend, welcher etwa« mehr Derbheit beigemischt ist, genießtschon eine« hohen Grade« von Cultur, der im Mittelalter vor-nehmlich von Nürnberg ausgieng. In Franken glänzten zu ver-schiedenen Zeiten bedeutende Namen in Leistung und Wirksamkeitsehr vielfacher Art: der letzte der Minnesänger Ronrad von wü'rz-burg, die Meistersänge«: Sans Sachs, Folz und Roscnblütz 11z,Lronegk, I. p. Richter, Gluck, Rranach, Dürer, Martin Bebaim,Müller (Regiomontanuo), Athanasiuo Kirchcr, (Lellarius, Dattcrcru. s. w.
Böhmen faßt ein lebendige« Volk, da« sein Streben gegendie Derderbtheit der Kirche im fünfzehnten Jahrhunderte mitÄuß, 'Acronymuo u. s. w. zu heben begann, da« aber der dreißig-jährige Krieg auf lange Zeit zurückwarf unter Dc-potismu« undPriesterschaft, und da« erst seit Kurzem von neuem aufzustrebenbeginnt. Sein Sinn und Geschick für Musik ist eminent. Le-bendiger und aufgeklärter sind die Schlester, die zu Ende de«sicbenzchnten und Anfang de« achtzehnten Jahrhundert« einenDichterkrei« (Äofmannowalden, «vpitz und Ander«) hervorbrachten,und aus denen der Philosoph und Mathematiker Wolf hervorgieng.
Die Bewohner de« nördlichen Deutschlands, die Thüringer,Sachsen und wenden, sind ein ernsthafterer Menschenschlag alsdie Südteutschen. Sie haben von jeher mehr wie auf geschrie-bene Gesetze, so auch auf die Schule gehalten, und sind niemalssehr eifrige und treue Söhne der römischen Kirche gewesen. Da-her haben auch in den Nordteutschen Ländern mehr die ernstenWissenschaften als die schönen Künste geblühet, und man hat dieBewohner dieser Länder selbst oft der Pedantcrei und Steifheitbeschuldigt. Wie aber überhaupt aus denselben eine größere Massevon Geistigem — besonders in neuerer Zeit, und seit der Refor-