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Teutschland nach seiner natürlichen Beschaffenheit und seinen frühern und jetzigen politischen Verhältnissen / von K. E. A. v. Hoff
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lll. Deutschlands Bewohner.

Heinrich von veldeck, Wolfram von Lschcnbach U. s. w>, und inunserer Zeit hat Schwaben einen wicland, Schubart, Schiller und»Hebel erzeugt. Auch geistvolle Künstler wie Holdem, Rugcndao,Riedingor, und Männer von ernsteren Studien oder von sonstgroßem Einflüsse auf Mitwelt und Nachwelt. Brauchen wir zuerinnern an Andrea, Rcplcr, Hütten, Aeuchlin, Lulcr (denn auchBasel ist diesem Lande nahe verwandt), Tobias Mayer, Rölrcuter!Der eigentlich Teutsche Charakter ist bei dem Schwäbischen Wolkeund bei den ihnen benachbarten Bewohnern der Ufer deS Rheinund Frankens wohl am entschiedensten ausgeprägt.

Die Schwaben vereinigen Lebendigkeit mit dem, was manSolidität nennt. Bei den Anwohnern deS Rhein und des unternMayn ist die Sinnlichkeit mehr vorwaltend; der Eindruck, den siemachen, mag gefälliger seyn. Von den lieblichen Ufern dieserFlüsse kamen uns Dothe, Rlinger, Beethoven, und die KünstlerRubens und Sandrart, abckr auch Guttenberg, Melanchthon undSickingen.

In dem ältern Theile von Daiern ist wohl die Volksbildungam längsten zurückgeblieben. Dort hat Absonderung vom größer«Weltverkehr, Pfaffenthum und Bigotterie das Fortschreiten zumBessern lange Zeit hindurch gehemmt; und die seit MaximilianJosephs Zeit zum Besten des Volkes getroffenen Einrichtungenwerden auch wenn ihnen nicht entgegen gearbeitet wirdeines nicht kleinen Zeitraums bedürfen, um für da- Allgemein«sich wirksam zu zeigen, bei der ohnehin etwas schwerfälligen Na-tur des Volkes. Der Gegensatz der gebildeten Classen mit denunteren Ist dort noch sehr stark, denn aus jenen sind auch vonBarern große und einflußreiche Menschen hervorgegangen: Aven-tinuo (Thurmeycr), Reichcnbach, Fraunhofer.

Desto lebendiger und poetischer sind BaiernS südliche Nach-,bacn, die Tiroler und Salzburger, aus denen Mozart und Zauncrhervorgiengen. Nicht viel minder auch die Oesterreichs zum gro«ßcn Theil; ein gewandtes Volk, aber ehedem auch zurückgehaltendurch dieselben Hemmungen, die auf die Baiern wirkten; jetzt hin-gegen durch das Streben einer weiset» und milden Regierung, be-sonders seit den Zeiten Josephs ll. und Leopolds II., so behan-