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Teutschland nach seiner natürlichen Beschaffenheit und seinen frühern und jetzigen politischen Verhältnissen / von K. E. A. v. Hoff
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IV. Historische Entwickelung rc.

der zuletzt das Haupt des Königs unter das Beil deS Henkerslegt. In Teutschland folgen darauf einige Jahrhunderte lang in«nerliche größere und kleinere Kriege und Fehden, die Zeiten dessogenannten Faustrechts; und die Macht des KönigS wird so ge-brochen, daß sie nicht mehr fähig ist, diesen Unordnungen zusteuern, sondern daß Kaiser Maximilian I., um den allgemeine»Landfrieden zu sichern und der Selbsthülf« zu wehren, aus denGliedern des Reichs, aus seinen Vasallen selbst, eine ausübendeMacht zu Erreichung dieses Zweckes bilden muß.

Während der Herrschaft der Hohenstaufen und im großenZwischenreiche finden wir folgende Bestandtheile deS eigentlichenTeutschlandeS.

Vierzehn Herzogthümer: Rrain, Stepcrmark, Oesterreich,Böhmen mit dem Königstitel, Schlesien, Barern, Ober-Lothringen,Nieder - Lothringen, Limburg, Brabant, Sachsen, Braunschwcig,LÄneburg, Pommern. Das Herzogthum Franken hat als solchesaufgehört, und außer dem, was davon Besitzung geistlicher Für-sten geworden war, ist das meiste an die Pfalzgrafschaft am Rheinübergegangen, die einzige Pfalzgrafschaft, die als Erbfürstenthumgeblieben ist. Das Herzogthum Schwaben blieb in eine großeZahl geistlicher und weltlicher Länder, und Republiken in denStädten zersplittert.

Landgrafen waren am Schlüsse dieses Zeitraums noch inThüringen bald darauf mit Meißen vereinigt, und in Hessen.

Markgrafschaften: Iflricn, Ra'rnthcn, Mahren, Lausitz, Mei-ßen, Brandenburg oder Nordmark und eine Burggrafschaft Nürn-berg. Daneben eine groß« Zahl von Grafen.

Geistlich« Relchsstände mit Fürstcnwürde waren die Erzbischöfevon Maynz, Trier, Röln, Salzburg, Magdeburg und Bremen. Bi-schöfe von Bcsancon, Metz, Toul, Vcrdun, Bambcrg, lvürzburg,worms, Lichstä'dt, Speper, Straoburg, Lonstanz, Augsburg, Hildco-hcim, padcrborn, Freystng, Regenoburg, Passau, Trient, Brixen, Ba-sel, Münster, Osnabrück, Lüttich, Lübek, Thür, Fuld, Reinsten,Llwang, Bcrchtolsgaden, lvcißenburg, prüm, Stablo, Lorvey,zu welchen auch die Hochmeister deS Johannitcr Ordens und desTeutschen Ordens gerechnet wurden. Eine nicht unbedeutende Zahl