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IV. Historische Entwickelung rc.
nehmen zu lassen, well sie sich bereits unter sich in besondereBündnisse vereinigt hatten.
Unter der Regierung Sicgmunds gingen mehrere Verände-rungen im Besitze der Teutschen Länder vor. Der kleineren nichtzu gedenken, erwähnen wir nur der Verpfändung der Neu mark,eines Kronlandes, an den Teutschen Orden, welcher sie später anden Kurfürsten Fricderich II. von Brandenburg, anfangs auchpfandweise überließ; dann deS Verkaufs der Mark-Brandenburgan den Burggrafen von Nürnberg aus dem Hause Hohenzollcrn,welcher von den Besitzungen des Durggrafthums nur die nachma-ligen Fürstenthümer Anobach und Baircuth dabei behielt, die übri-gen aber veräußerte; weiter die Ueberlassung der SaboburgischenStammlandc in der Schweiz an den Schweizerbund; den Ueber-gang des HerzogthumS und der Kurwücde Sachsen nach dem Ab-sterben der Wittenbergischcn Linie des Hauses Ascanien an dasMarkgräfttche Haus Meißen; endlich das Losreißen von Frieoland,Rolland und Seeland vom Teutschen Reiche.
Unter Albrecht H. wurden statt der früheren vier Kreise de-ren sechs gebildet, doch ebenfalls nicht das ganze Reich um-fassend.
Unter Friederich III. wurde würtcmberg zum Herzogthum er-hoben, und dadurch in einem bisher sehr zerstückelten TheileTeutschlands: Schwaben, ein größerer Staat in äußerer Würdehergestellt, der das alte Herzogthum gleiches Namens gewisser-maßen ersetzte. Unter demselben Kaiser aber trennte sich dieSchweiz ganz vom Reiche.
Dem Kaiser Maximilian I. war eS vorbehalten, den locker ge-wordenen NeichSverband wieder etwas fester zusammen zu ziehen,durch Begründung eines allgemeinen NechlSzustandes und Auf-rechthaltung des so lange vergeblich gesuchten allgemeinen Land-friedens ; indem er im Reichokammcrgcrichte eine höchst« Rcchts-behörde errichtete, und die der kaiserlichen oder königlichen vermin-derten Macht unmöglich gewordene Ausführung der Aussprüchedieses Gerichtes den Mächtigsten unter den Neichsfürsten selbstübertrug. Zu solchem Behufe stellte er diese Fürsten je zwei undzwei an die Spitze der zehn Rrcise, in welche er mit Beirath