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Teutschland nach seiner natürlichen Beschaffenheit und seinen frühern und jetzigen politischen Verhältnissen / von K. E. A. v. Hoff
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IV. Historische Entwickelung rc.

gung für den erlittenen Verlust erhalten sollten. Um den Stoffzu diesen Entschädigungen zu erhalten, wurde von Kaiser undReich beschlossen, wie man im Westphälischen Frieden einigegeistlichen Stifter zum Besten weltlicher Fürsten säcularisirt hattejetzt alle Teutschen unmittelbaren Stifter zu säculacisiren bis ausein einziges, und das Hochmeisterthum des Teutschen Ordens,und deS Iohanniterordens, und die Ländermasse derselben zu Ent-schädigung der verlierenden Erbfürstcn zu verwenden; auch dieReichsstädte, mit alleiniger Ausnahme von Augsburg, Lübeck,Nürnberg, Frankfurt, Bremen und Hamburg unter die Oberhoheitvon Erbfürsten gleichfalls als Entschädigungsmittel zu stellen (zumcdiatisiren). Dieser Plan wurde unter Vermittelung wohleigentlich Diktatur von Frankreich und Rußland ausgeführt,doch mit ungleichen Rücksichten, so daß unter den zu entschädi-genden besonders mehrere kleinere Fürsten und Grasen nur kärg-lich bedacht wurden.

Die Reichsverfassung behielt ihre vorige Gestalt. Statt derverloren gegangenen zwei geistlichen Kurfürsten wurden vier neueweltliche hinzugefügt, und das Kurfürstliche Collegium bestandvon da an aus 1) dem Durfü'rstcn Lrzkanzlcr, zu dessen crzbischöf-lichem Sitze Rcgcnoburg gemacht wurde, er behielt dabei «inenTheil der vormals Maynzischen Lande, und erhielt Einiges an-der«, darunter die Städte Acgensburg und rvctzlar dazu; 2) demDonig von Böhmen; S) Durfürst von pfalzbaicrn; 4) Durft vonSachsen; 5) Durft von Brandenburg; 6) Durft von Braunschrvcig-Lüncburg; 7) Durft von Salzburg (der vorherige Großherzog vonToscana); 8) Durft von lVürtcmbcrg; s) Durft von Baden;10) Durft von Hessen (Cassel).

Aus dem Reichsfürstenrathe sielen künftig folgende Stimmenganz weg: Burgund, Pfalz-Lautcrn, Bisanz, Pfalz-Zwcibrückcn,U?ormo, Pfalz-veldcnz, Speycr, Straoburg, Basel, Lüttich, Lhur,IVeisienburg, prüm» Stablo, Savo^cn, leomeny, Mompclgard,Arcmbcrg, Salm. Die Stimmen der säcularisirten Stifter desrechten Rheinufers gingen auf die neuen Besitzer derselben «derderen größere Theile über, und wurden durch neue vermehrt.

Das Reichsstädtische Eollegium bestand für die Zukunft nur