Buch 
Teutschland nach seiner natürlichen Beschaffenheit und seinen frühern und jetzigen politischen Verhältnissen / von K. E. A. v. Hoff
Entstehung
Seite
311
JPEG-Download
 

IV. Historische Entwickelung X.

311

Die nördlichen Theile der Rurbraunschwcigischm Lande, dasHerjoglhum Laucnburg ausgenommen, welches Napoleon fernerbehielt, wurden mit dem Königreiche wcstphalcn vereinigt.

Der Fürst Primas verlor zwar die an Baiern überlasseneStadt Regcnoburg, bekam aber zu seinen übrigen (oben angege-benen) Besitzungen noch Sanau, Fuld und die Stadt Frankfurtmit ihrem Gebiete; alles dieses zusammen als ein weltliches erb-liches Großherzogthum, Frankfurt benannt. Zugleich wurde ihmvon Napoleon, in der Person des StiefsohnS desselben, EugenBeäuharnoiS, Wicekönig von Italien, der Nachfolger bestimmt.

Als Napoleon im Jahre 1810 zu den äußersten und ge-waltsamsten Maasregekn schritt, um durch sein sogenanntes Eon-tinentalsystem den Handel Großbritanniens niederzudrücken, nahmer diesen Zweck zum Worwande, die Mündungen der großen FlüsseTeutschlandS ganz in seine ausschließliche Gewalt zu bringen. Ernahm daher den nordwestlichsten Theil von Teutschland zwischendem Meere und einer von der Mündung der Lippe in den Rheinbis zu der Mündung der Trave in das Baltische Meer gezogenenEränzlinie in Besitz, und vereinigte ihn völlig mit dem Französi-schen Reiche, zu dem auch schon, nach Abdankung des KönigsLudwig von Holland, diese» Reich die ehemaligen vereinigtenNiederlande, gehörten. Dadurch wurde» dem Rheinbund» entzogen:ein Theil des Großherzogthum» Berg, die Besitzungen des Her-zogs von Arcmbcrg, der Fürsten von Salm - Salm und Salm-Ryr-burg, die nordwestlichen Provinzen des Königreichs westphalen unddas ganze Hcrzogthum Oldenburg. Auch die drei Städte Bremen,Äamburg und Lübeck wurden dem Französischen Reiche einverleibt.

Die noch übrigen Staaten des Rheinischen Bundes oderdas, was man damals politisch noch Teutschland nennen konnte-obgleich die Gesinnungen in einem großen Theile dieses Uebcr-«stes weniger Teutsch waren, als in vielen davon abgerissenenStücken umfaßte einen Flächenraum von ungefähr 5000sI Meilen mit 13563977 Einwohnern.

Die Glieder des Rheinischen Bundes in diesem Zeitpunctewaren folgende: