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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſf. II. Von Matertalien. I1

Dienen auch zu Beſetzung der Gaͤnge und Kammera.

19. Viertelbeſetzblatten ſeynd lang und breit 11. Zoll/ dick 2. Zoll.

Dieſe werden zu kleinen Gꝛmaͤchern gebraucht.

Fernerzur Bedeckung der Daͤcher muß man unterſchiedliche Steine ha-ben/ ſeynd aber vornemlich zweyerley/ nemlich:1. Hohe Dachzicgel.2. Flache Deckblatten.

1. Die gemeinen hohlen Dach ziegel ſeynd lang 20. Zoll/ oben breit 8. Zoll/und unten 6. Zoll. 1 gs b

Die groſſen hohlen Ziegel ſeynd auch lang 19. Zoll/ breit 7. Zoll/ und dick*. Zoll/ nut dieſen ſeynd die alten Kirchen gedeckt worden.

Die kleine Hohl Ziegel ſeynd ſeynd lang 19. Zoll/ und breit 6. Zoll/ und¹. Zoll dick.

3 Damit werden die gemeinen Haͤuſer und Scheuren gedeckt.

Hohl Ziegeloben zu Deckung der Fuͤrſt/ wie auch der zugeſpitzten Mauren/ſind lang 18. Zoll/ breit a. Zolt/ und dick 2. Zoll. G

Nota. Man iſt aber eigentlich nicht hieran verbunden/ dieſe zu Bedeckungder Obern⸗Fuͤrſte oder Zuſammenfuͤgung des Dachs und der Mauren zu ge-brauchen; ſondern man kan ſich auch vorher⸗beſchriebener Gattungen/ wie ſieſich ſchicken/ und man bey Handen hat/ gebrauchen.

Bey Beſchreibung dieſer Hohl⸗Ziegel hat der ſorgfaͤltige Haußvater ab-ſonderlich in Acht zu nehmen/ daß er ſeiner Gebaͤu krines darmit bedecke/ weilnicht allein dieſelbige die Gebaͤu ſehrbeſchweren und niederdruͤcken/ werden garbaldſchadhafft/ indeme/ wann ſich der Zeug/ damit ſie zuſammen gefuͤget/ ab-ſchoͤlet/ der Regen/ Schnee und Ungewitter hinein faͤllet/ die Fruͤchte auff denKornbuͤhnenverderbet/ die Dachſparrenund Dach⸗gebaͤlck abfaultt/ und alſsdardurch den gantzen Bau ſchadhafft machet/ erfordert auch mehr Unkoſten/wegen der Materialien des Sands Kalchs Arbeits⸗Lohn. Es iſt aber dieſerIrrthum und Mißbrauch von uhralter Zeithero alſo eingeſchlichen/ und ſo hartunterſchiedlicher Oerter eingewurtzelt/ daß man dergleichen uͤbele Haußhalter/ſo nur immer in dem alten Trab fortgehen/ ſchwerlich darvon bringen kan; in-deme ſie nicht bedencken/ daß hundert Jahre unrecht/ keine Stunderecht iſt.

Hingegen hat der fuͤrſichtige und verſtaͤndige Bauherr eines ſolchen Ge-baͤues/ inſonderheit ſeines Meyerhofs zu Bedeckung der Daͤcher/ nachfolgen-der Proportion der flachen Deckblatten ſich zu gebrauchen; Als da ſeynd/

1. Lange und groſſe Dachblatten/ derer Laͤnge iſt gemeiniglich 18 Zoll/ſeynd breit 9. Zoll/ und dick. Zoll.

Dieſe werden zur Bedeckung groſſer Haͤuſer gebraucht.

Bij 2. Mit-