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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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14 Claff II. Von Materialien.

11. Der Sand/ ſo unter den Waſſerfaͤllen geſammlet wird/ iſt auch gut/weiln er durch ſolchen Waſſerfall wol gereiniget und gewaſchen wird.

12. Der weiſſe Sand wird fuͤr den ſchlimmſten gerechnet/ weil ſolcher inder Erfahrung keine gute Arbeit gibt.

13. Wann der Sand in ein Waſſer geruͤhret wird/ und daſſelbige gartruͤbe machet/ ſo iſt ſolcher auch nicht gut.

14. Vondemgegrabenen Sand/ wird der gelbe oder Gold⸗farbe fuͤr denbeſten gehalten/ nach ſolchemder graue und ſchwartze.

III. Vom Kalch.

Der Kalch iſt ein nothwendiges Stuͤck/ ſo zu den Gebaͤuen des Mauer-wercks erfordert wird/ bringt dem Bauen groſſen Unkoſten/ wann man den-ſelbigen weit hohlen und fuhren muß; inſonderheit wann er unabgeloͤſchet ge-fuͤhret wird/ ſo verſtaͤubt er unterwegs/ auch da er im fuͤhren nicht wol zuge-deckt/ bey einfallendem Regen⸗Wetter angehet/ die Waͤgen und Fuhren ver-derbet: Esiſt aber fuͤr ein ſonderbares Kleinod zu rechnen/ wo man an demOrt/ da man hinbauen will/ zugleich auch gute Kalckſteine findet/ daſelbſtenauch brennet und abloͤſchet.

1. Der Kalckſtein wird entweder aus den Bergen gebrochen/ auf demFelde/ oder aus dem Waſſer genommen.

2. Ein jeder Kalckſtein/ ſo aus dem Gebuͤrge gebrochen/ wann derſelbigetrocken iſt und gernebricht/ auch innwendig keine andere Materi hat/ wannſolche vom Feuer verzehret/ den Stein kleiner laͤſt/ der iſt gut zum Kalck/ undje haͤrter der Stein/ je beſſer der Kalck.

3. Der Kalck von harten Steinen wirdam beſten zu dem Verbinden derMauren gebrauchet. 1

4. Die guten Kalckſteine ſollen weiß und dicht/ oder von Kießlingſtein

eyn.5. Kalck von luͤcken/ ſchwamm⸗ und loͤcherichten Steinen/ iſt gemeinig-lich muͤrb/ dienet meiſtentheils zum duͤnchen/ beſtreichen und bewerffen der

Mauren.

6. Man findet auch Schieferſteine/ ſo uͤberaus guten Kalck geben/ nichtallein ins Wetter/ ſondern auch ins Waſſ rdienlich/ dann derſelbige wird ge-ſchwind feſt/ und haͤlt ſich lange Zeit.

7. Kalckſteine von Kießling ſind vornemlich dreverley Arten/ nemlich:

1. Schwartz/ 2. Weiß/ 3. Roth. Dieſe dreyerley Arten aber ſolle man bren-nen ſo bald ſie aus der Gruben kommen.

8. Die Kießling und Wackenſteine/ welche man aus den Vächen aan-

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