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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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11 8 Claſt II. Von Materialien.nach der Groͤſſe und Guͤte raxiret/ und nach den Umſtaͤnden der Zeit in ſot-chem Werth/ wie es angeſchlagen/ bezahlet: Kan derowegen 718 Fe afgargem Bau⸗Henn hierinnen nichts gewiſſes/ inſonderheit was den Taxtanbe-auget/ geſetzet werden; Was aber die Groͤſſe oder Proportion des Holtzes an-belanget/ weil ſolches ſelten veraͤndert/ und viel Jahre hero in gewiſſem Maßverblieben/ als wollen wir/ zur Vergnuͤg⸗ und Nachrichtung/ nachfolgendegebraͤuchliche Arten/ wie dieſelbige in S chwaben/ alſo auch in dem Heitzog-thum Wuͤrtemberg/ an dem Obern⸗Rheinſtrom und der Untern⸗Pfaltz/ ſamtanderen angraͤntzenden Herrſchafften des Obern Rheins biß gegen den Nieder-landen/ hieimit kuͤrtzlich beyfuͤgen.Erſtlich iſt zu wiſſen/ daß in Schwaben/ und deſſen angraͤntzenden Waſ-ſern/ die Holtz⸗Floͤſſe vornen gemeiniglich 10. biß 20. Schuhe breit.In geringen Waſſern ſeynd ſie nur von 8. biß 9. Schuhe.Die Floͤſſe werden nach ihrer Groͤſſe unterſchieden/ darzu dann nach jedesLandes Art eigene Leute/ ſo eine Zunfft(wie man es insgemein zu nennen pfle-get/ halten/ da zu beſtellet, welche die Floͤſſe zurichtin/ regieren und damit um-

ehen.Wie demnach ſolche Floͤſſe anein und andern Orten unterſchieden undgenennet/ quch wie groß oder klein dieſelbige ſeynd/ iſt nachfolgends zu verneh-

men.

1. Ein Eylffer⸗Floß/ dieſer fuͤhret ungefehr 11. dicke Valcken/ undheiſſen dieſelbigt Saͤuten⸗Hoͤltzer/ dienen zu liegenden leinenden/ auffrechtenVrt/ Ecken/ Mittel⸗Pfoſten/ und andern hangenden Saͤulen.

Ein jeder iſt lang von⸗ 8. biß 30. S ehuhe/ ſollen auf dem kleineſten Theit(ſo nicht beſchlagen /) 16. biß 17. Zoll halten.

Wann aber der Baumbeſchlagen/ ſolle er an ſolcher Dicke oder Breiten/am Durchſchnitt/ 13. biß 14. Zoll halten.

Am dicken Theil/ nemlich unten vom Stammenan/ wo er abgehauenodergeſchnitten/ muß derſelbige 16. biß 17. Zoll halten.

Dieſer Hoͤltzer eines giebt etwan 2. oder 3. aufrechte Saͤulen/ ſ nachdemder Bau hoch oder niedrig iſt.

2. Ein Zwoͤlffrer Floß fuͤhret gemeiniglich 12. dreiſſig⸗ſchuhige/ oderlaͤngere gemeine Balcken/ derenein jeder beſonder und ohnbeſchlagen am vor-dern Theil 13. oder 14. Zoll dick ſeyn ſolle.

Wann aber der Stam̃ beſchlagen/ olleeran demſelbigen Ort 11. biß 12.Zoll breit halten/ und dick ſeyn 9. biß 10. Zoll.

3. Ein dreyzehener Floß fuͤhret; 3.Hoͤltzer oder Balcken von 30. biß 8

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