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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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des Meyerhofs. 41und verlohren gehet/ als kanin Auffſetzung des Ofens/ es werde derſelbige voneiſernen Blatten/ oderirrdenen Kacheln gemacht/ geholffen werden..

1. Erſtlich/ wann der untere Stock des Ofens auffgeſitzet/ ſo belegetman denſelbigen mit breiten eiſernen Schienen oberhalb/ nach Anleitung derFigur. Es ſollen aber die Schienen creutz⸗weiß und fein eben und gleich aufeinander wie ein Gegitter genuttet werden/ alſo/ daß mandieſelbige mit geba-ckenen Steinen bedecken koͤnne. Dafern man aber eine eiſerne Blatte in ſoi-cher Groͤſſe bey Handen haben koͤnte/ ſo die eben⸗Seiten des Ofens dieſesuntern Stocks bedeckte/ ſo waͤre es beſſer.

2. Wo nun der Ofenbeſagter maſſen mit Schienenbeleget/ ſo ſollen die-ſelbige mit wol⸗ausgebrandten gebackenen Steinen nach ihrer Breite uberle-get/ und wo ſie an einander ſtoſſen/ mit Haffner⸗Leimen unten und oben wolverſtrichen und verwahret werden.

3. Bey dem Eck auf derrechten Hand/ vornen/ gegen die Stube/ ſolleman durch die Uberlegung der Schienen ein gevier dtes Loch/ ohngefehr in derGroͤſſe eines gebackenen Steins/ offenlaſſen/ dam t die untere Hitze vomn FeuerPlatz habehinauf und durchzugehen/ wie bey. in der Figur zu ſehen.

4. Ferner ſetzt man die Seiten des zweyten Stocks dieſes Ofens/ wie ge-braͤuchlich/ auf/ und machet in der Mitten nach der Laͤnge des Ofens noch eineSchied⸗Wand von gebackenen Steinen nach dem ſchmahlen Weg mit. Haff-auf einander geſetzet in ſolcher Hoͤhe/ als die erzweyte Stock kom-men ſolle.

7. ZuEndeoben in dieſer Schied⸗Mauer nach der Kuͤchen zu laͤſſet manwiederum ein gevierdtes Loch in voriger Groͤſſe/ wie ſolches unten bey den eiſer-nen Schienen gelaſſen/ bedecket hernach alſo dirſen Stock oben wieder mitSchienen und gebachenen Steinen/ wie zuvor/ und ſetzet den dritten Stockdarauf/ ſo ingleichem/ wie der vorige/ eine Schied⸗Wand haben ſolle/ deſſenOeffnung oder Loch O.) oben gegen die Stube hinein gewendet/ damit dieHitze durchdringen/ und endlich hinuͤber durch eine Roͤhre beyn in dir K üche

und Schornſtein hmaus gefuͤhret werden moͤge.

6. Von auſſen in der Kuchen ſolle man einen Stoͤp ffeloder Decklein überdie Roͤhrt und derer Ausgang machen/ damit/ wann das Holtz im Ofen zuKohlen verbrandt/ man dieſes Lufft⸗Loch zumachen koͤnne/ damit alſo die Hi-tze darinnen bleibe/ und den Oſen deſto beſſer erwaͤrmen koͤnne.

Nota. Uber dem Ofen⸗Loch auſſen in der Kuͤchen/ ſolle man kein Rauch-oder Lufft⸗Loch machen/ wie ſonſten ins gemein gebraͤnchlich: Dann da du rchgehet ebenmaͤſſig die meiſte Hitze hinaus/ weiln ſich dieſelbige allenthalben indem Ofen anſtoͤſſet: Es wird aber die Hitze durch die Schiedmaͤurlein und Boͤ-den gefangen/ daß dieſelbige nicht anders/ dann erſt oben durch die Roͤhren

F wieder