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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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10 Claſſ. IV. Von Neben⸗Gebaͤuen.ferde nicht ſo viel Huf⸗Eiſen/ als auff den Pflaſterſteinen/ abſchlagen/ wirddlches dem Meyer zu ſeinem freyen Willen anheim geſtellet.

12. Die Staͤnde/ vom Bahren anzurechnen/ ſollen 9. Schuhe lang/und 6. Schuhe uͤberhaupt breit ſeyn.

13. Alſo ſolle auch hinter den Staͤnden der 9. Schuhe ein Canal T. ſo1. Schuh breit/ und 3. Schuhe tieff/ durch den gantzen Stall verdeckt mitEichen⸗Holtz gemacht werden.

14. Die Bahren ſollen innenwendig glatt und rein gehobelt und außge-hauen werden/ damit die Pferde nicht die Zunge an den Schiefern und Naͤ-ſten verletzen/ und das Futter darinnen ſtecken bl. ibe/ welches dann faul undſtinckend wird/ und dasfriſche Futter verderbet.

15. Die Bahren ſollen an dem einen Ende etwas mehr als hoͤchſt z. 9.vder.· Schuhe hoͤher/ an dem andern Ort aber um ſo viel niedriger gemachtwerden/ damit allerley Pferde in der Hoͤhe/ als andem hoͤchſten Ort die groͤ-ſten/ auf der Mitte die mittelmaͤſſige/ und an dem untern Orr die kleineſtePferde daraus bequemlich freſſen koͤnnen/ daß auch das Waſſer/ ſo man zuZeiten wegen der Reinigung darein gieſſet/ nicht darinnen ſtehen bleibet/ ſon-dern alle Um einigkeit damit hinweg floͤſſend/ ſelber unten auslauffe/ worzu mandann in dem Bahreneinen ſonderlichen Ausgan laſſen kan.

16. Die Rauffen ſollen ſo hoch uͤber der Kryppen feſt gemacht werden/alſo/ daß die Pferde ſelbige mit den Maͤulern erreichen koͤnnen: Und ſollen dieRauffen oben ſo weit offen ſtehen/ damit das Heu/ ſo die Pferde heraus ziehen/nicht auf die Erde/ ſondern in die Krippe fallen koͤnne.

17. Es waͤrt auch gut/ daß ein jeder Pferdſtandmit Brettern unterſchie-den wuͤrde/ weiln die hangende Riegel den Pferden vieilmals Schaden brin-gen koͤnnen: Dann/ ſeynd ſie ſo hoch gehaͤnget/ daß ein Pferd auffrecht darun-ter ſtehen kan/ ſo iſt ſolches nichts nutz/ und die Boßheit des Pferds dardurchnicht gebrochen; Iſt es aber zu niedrig/ ſo kan ein Pferd nicht auffſtehen/ ſon-dern leichtlich mit dem Ruͤcken darunter kommen/ und denſelbigen brechen/oder anderwerts Schaden leiden.

18. Die Pferdſtaͤnde mit dem Unterſcheid ihrer Waͤnde ſollen oben beyder Bruſt und Kopffſo hoch ſeyn/ daß die Pferde mit den Koͤpffen nicht zuſam-men komman/ einander beiſſen oder ſonſten mit einander ſchertzen koͤnnen.

19. Die Pferdſtaͤnde ſollen hinten keine Schwelle haben/ ſondern mitdem Pflaſter fein gleich abhangend ſeyn/ dam it man die Staͤnde deſto befferreinigen/ und der Harn von den Pferden beſſer ablauffen moͤge.

20. Die Hoͤhe des Stalls ſolle aufs Wenigſte von 10. biß 12. Schuhehoch ſeyn/ und ſolle der Boden uͤber dem Stall mit Brettem oder Höltzeinſolcher Geſtalt beleget werden/ daß die Daͤmpffung vonden Pferdengehen