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Geschichte des Handels.
In Holland hatte der König Louis Navoleon wohl eingesehen, daß derStaat ohne Handel nicht bestehen könne, und deßhalb den Verkehr mit Eng-land, so viel er konnte, unter der Hand befördert, weßwegen er mehrere Malevon feinem Bruder hart angelassen wurde, der ihn den Schleichhändler nannte.Selbst die Landung der Engländer auf Walchern im Jahre I8V9, hatte einebedeutende Quantität englischer Waaren einzuführen begünstigt, und die LageRotterdams gestattete einen fortwährenden Verkehr mit England, wenn diesergleich nicht so lebhaft als früher war. Da nun der König diesen nicht ganzverhindern konnte oder wollte, so brach Napoleon förmlich mit ihm, wodurcher sich bewogen fand, die Regierung, zu Gunsten seines Sohnes, niederzu-legen. Napoleon erkannte jedoch diesen Akt nicht an; vielmehr wurde Hol-land am l v. Juli 1810 mit dem französischen Reiche vereinigt. Bald darausgeschah dasselbe mit einem Theile des nördlichen Deutschlands, in welchem dieHansestädte und das Herzogthum Oldenburg mit begriffen waren. Einedreifache Duanen-Linie bewachte nun die Küsten und Grenzen des Kaiserreichs,vom mittelländischen Meere bis an die Ostsee, um das Einbringen aller verbo-tenen Waaren, zu denen in Holland, den deutschen Provinzen und Italiennicht nur die englischen, sondern auch beinahe alle außerhalb Frankreich pro-ducirten gehörten. Die Douaniers waren nach militairischer Art organisirtund bewaffnet, und ihre Starke wurde auf 8V,000 Mann angegeben. Nachder Vereinigung Hollands mit Frankreich lös'te sich auch die AmsterdamerBank auf. Hollands Staatsschulden wurden auf ein Drittel reducirt und aufdas große Buch von Frankreich eingetragen.
Dänemark war schon 1807 dem Continentalsystem beigetreten, 1810 er-folgte auch Schwedens Beitritt. Man hätte daher wohl glauben sollen, daßnach dem, was sowohl von Frankreich als von England geschehen war, alleVerbindung dieses Landes mit solchen Staaten, die unter französischem Ein-flüsse standen, gänzlich aufzuheben, in Deutschland wenigstens keine englischenWaaren mehr aufzufinden gewesen wären, und daß der Handel gänzlich hattestocken müssen. Dem war jedoch nicht so. England hatte sich 1807 der dä-nischen Insel Helgoland bemächtigt. Hier. wie zu Gothenburg in Schweden,waren ansehnliche Waarendepots, aus welchen fortwährend bedeutende Trans-porte nach Deutschland gingen. Rostock, Wismar, Stralsunb und die übrigenOstseehäfen, welche nicht unter unmittelbarer französischer Aufsicht standen,waren stets damit versehen. Sogar durch die Türkei, wie durch Rußland, gin-gen englische Waaren zu Lande nach Deutschland. In den russischen Seehä-fen konnten englische Schiffe ungehindert einlaufen, wenn sie amerikanische
möge folgende Thatsache geben. Nachdem in den Häfen des mittelländischenMeeres keine ostindische Baumwolle mehr eingeführt werden konnte, selbst dasEinbringen der levantischen oder Smyrnaer großen Schwierigkeiten unterlag,ging aus Sachien eine Deputation nach Paris, welche es »ersuchen sollte,Napoleon, in Betreff der Zufuhr des für die Fabriken nöthigen Materials,günstiger zu stimmen. Um ihn für das Anliegen geneigter zu machen, über-reichte sie ein Produkt des sächsischen Gewerbfleißes, eine, aus inländischenSpitzen verfertigte, für die Kaiserin bestimmte Robe. Als Napoleon diese sah,äußerte er: ein Land, welches dergleichen hervorbringe, brauche keine andernFabriken.