Band 
Erster Band.
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Geschichte des Handels.

das Decret, welches die Verbrennung aller englischen Waaren, sowohl inFrankreich als in den damit verbündeten oder unter französischem Einflußstehenden Ländern, befahl. Hierdurch erlitt Mancher bedeutende Verluste;allein es boten sich hin und wieder auch Mittel dar, durch welche man sichsolche Waaren, selbst von der Douane, wieder verschaffen konnte. Sehr nach-teilig aber wirkte das Verfahren, wenigstens für den Augenblick, auf den ge-summten Handel. Viele londoner Häuser hörten auf zu zahlen und richtetendadurch auch andere mit zu Grunde. Gänzlich unterdrückt wurde der engli-sche Handel aber dennoch nicht. Daß dieses nicht gelingen würde, sah Napo-leon selbst ein, und erklärte deßhalb die Kaufleute für seine ärgsten Feinde, sowie er die Engländer nur ein Krämervolk nannte.

Obgleich Schweden Alles gethan zu haben glaubte, Napoleons Anforde-rungen zu genügen, so vermehrte» sich diese dennoch beständig. Hierüber ent-standen Spannungen, die eine veränderte Politik Schwedens herbeiführten.Es ließ schon ISli allmahlig von der strengen Handhabung des Continental-systems nach, ertheilte im folgenden Jahre Licenzen zum Handel nach England,und öffnete den 29. Juli den Schiffen aller Nationen seine Hafen. Rußland,welches schon zu Anfange 18! I mit der Licenzen-Erteilung vorangegangenwar, erklärtel8l2unverhohlen, daß es nicht länger gesonnen sei, seinem Han-del Fesseln anzulegen. So waren denn der Einfuhr der englischen Waarennach dem Festlands aufs neue die Wege geöffnet, worüber Napoleon natürlichsehr erbittert war.

Da von Seiten Englands, wie bereits erwähnt, die der amerikanische»Schifffahrt hinderlichen Beschlüsse nicht aufgehoben wurden, so nahm der Con-greß der vereinigten Staaten auch die Nonintercourseakke in Bezug auf Eng-land nicht zurück. Mehrere hinzugekommene Mißhelligkeiten führten sogaram 18. Juni 1812 eine Kriegserklärung Nordamerikas gegen England her- >bei. Ehe die Nachricht davon zu diesem gelangte, waren die Beschlüsse (den23. Juni) förmlich zurückgenommen. Indeß wurde den Sl. Juli auf allesamerikanische Gut in England Embargo gelegt und eine Escadre zur Blocki-rung der amerikanischen Hafen abgesendet. Dort waren bereits mehrere Ka-per ausgerüstet und viele reichbeladene englische Kauffahrteischiffe aufgebracht,mithin war an keine Aussöhnung zu denken. Au der Handelseifersucht Eng-lands gesellte sich überdem noch die Unzufriedenheit über die den Franzosen zuTheil gewordenen Handelsvortheile.

Napoleon, der diesen Stand der Dinge vermittelst seiner Partei in Nord-amerika selbst herbeigeführt hatte, wollte zu gleicher Zeit in Rußland seinemContinentalsysteme Ansehen verschaffen und vielleicht auch von da aus, Eng-land in seinen ostindischen Besitzungen bezwingen. Doch es fügte sich anders.Die französischen Heere wurden im Norden aufgerieben und im Anfange desJahres 18 i 3 standen die russischen und westpreußischen Hafen dem freienHandel wieder offen. Bald wurden auch die Ostseehafen frei. Zu Ende 1813war nur noch Danzig in französischem Besitz. Holland und die Hansestädte,Hamburg ausgenommen, nebst Oldenburg, hatten ebenfalls schon wiederfreien Verkehr zur See. Danzig wurde am 2. Januar 1814 von den Fran-zosen geräumt und kehrte den 3. Februar unter Preußens Regierung zurück.Einige hundert Häuser und mehrere Speicher waren während der Belagerungabgebrannt, wsßhalb sich sein Handel nicht gleich wieder so günstig gestalten