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Erster Band.
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Vom Gelde.

arbeitet werden. Ferner ist es daher auch eine irrige Meinung, Münzen alsbloße Werthzeichen anzusehen. Sie sind solches in keiner andern Hinsicht alsalle andern Waarenartikel, und gelten deßhalb als allgemeines Tauschmittel,weil sie ihres wahren inneren Werthes wegen allenthalben gesucht sind. Ei-nen Wech el, Schuldschein oder eine Anweisung, Obligation u. s. w. kannman wohl als Werlhzeichen ansehen, weil man Geld dafür bekommt, nichtaber das Geld. Dieses ist Waare; es ist nicht das Zeichen des Werthes, son-dern der Werth selbst. Auch ist das Geld nicht allein ein durch Uebereinkunfteingeführtes allgemeines Ausgleichungsmittel, sondern es ist auch ein Werth- ^meffer oder ein Maßstab, »ach welchem der Werth aller übrigen Waaren be-stimmt wird. In den meisten mündlichen und schriftlichen Verträgen wirddaher auch die Auslieferung des Eigenthums oder die Verfügung über dasselbedarauf bezogen, und der Werth des Eigenthums oder des Besitzes, so wieselbst der der Dienstleistungen in einer Summe Geldes ausgedrückt. Daherist es eine Sache von der höchsten Wichtigkeit, baß dessen Werth immer so un-verändert als möglich erhalten bleibe. Dennoch haben die Verbesserungen inden Künsten und Gewerben, so wie der Umstand, daß die alten Gold- und Sil-berminen erschöpft wurden, und neue erst wieder eröffnet werden müssen, eineWerthveränderung der edlen Metalle hervorgebracht. Allein außer der imsechzehnten Jahrhundert (nach der Entdeckung von Amerika) ist keine dieserVeränderungen von erheblichem Einfluß auf den Werth der Münzen gewe-sen, bedeutender aber und mit manchen Nachtheilen verknüpft waren die Ver-änderungen, welche in vielen Ländern mit dem Gewicht und dem Feingehaltder Münzen vorgenommen wurden. Als man von der Schädlichkeit diesesVerfahrens sich überzeugte, gerieth man auf die Idee, Ersatzmittel für die .Münzen einzuführen, den noch zu prägenden aber ihren richtigen Werth wie- *der zu geben. Aber wenn dieses auch nie wieder geschehen wäre, so würde 'das baare Geld dennoch nie seinen eigentlichen Werth verloren haben, indemnie eine wirkliche Veränderung damit vorgehen kann, ohne daß nicht zugleicheine Veränderung aller Waarenpreise und aller in Verträgen stipulirten Geld-summen vorginge. Ein anderer Wechsel des Geldwerthes, der nicht von des-sen Feingehalt abhängig ist, stritt dann ein, wenn ein Land Ueberfluß oderMangel an umlaufender Münze hat, woraus deutlich hervorgeht, daß dasGeld kein Werthzeichen, sondern wirkliche Waare ist. Herrscht nämlich in ei-nem Lande Mangel an Metallmänze, d. h. an solcher von edlen Metallen, somüssen natürlich die Preise aller übrigen Waaren fallen, weil sonst Niemandetwas kaufen könnte; der Geldwerth steigt also im Preise, indem man mehranders Waare dafür hingeben muß. Ist hingegen Ueberfluß von gemünztenMetallen vorhanden, so hört der Begehr danach auch auf so häufig als beidem Mangel zu sein, und die Preise anderer Artikel gehen in die Höhe. Wereine solche Erfahrung nie gemacht hat, wird die Wahrheit dieses Satzes be-zweifeln , allein es ist dem in der That so. Als in den Jahren l'80S bis I8llOestreichs Finanzen bis auf den niedrigsten Standpunkt herabgekommen waren»kaufte man für ein 2g Kreuzerstück oder ^ Fl. Conventionsgeld im Innern desStaates eben so viel, als in Sachten für 2 Fl. gleicher Währung.

Die zu Belebung des Geschäftsbetriebes eines Landes erforderliche MengeGeldes läßt sich nie genau bestimmen, und wird stets durch den Werth desGeldes an sich, durch das Erfordernd zu den besondern Zwecken und das Wer-