Comtoir - Wissenschaft.
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die sich auf das Geschäft beziehen, müssen in der möglichst-kürzesten Zeit be-antwortet'werden; es müßte denn sein, daß besondere Ereignisse, mit einigerGewißheit zu erwartende Veränderung in den Conjuncturen u, dgl. eine Ver-zögerung nöthig machte. Selbst in solchen Fällen, wo uns Anerbieten ge-macht «erden, die wir nicht benutzen wollen, muß die Antwort rasch gegebenwerden, indem es sich vielleicht fügen kann, daß wir ein anderes Mal uns anden Uebersender mit Aufträgen wenden, an deren baldiger Besorgung gelegenist. Hat man nun früher durch verzögerte, vielleicht erst lange nachher oderdurch gar nicht ertheilte Antwort seine Geringschätzung gegen den Correspon-denten zu erkennen gegeben, so muß man gewärtig sein, daß dieser uns mitgleicher Münze bezahlt.
Ein Haupterforderniß der kaufmännischen Correspondenz ist es auch noch,daß man sich dazu eine feste, d. h. eine bestimmte Handschrift angewöhnt unddie Schriftzüge nicht willkürlich verändert, wobei sie bald so, bald wiederanders erscheinen. Wer in einem Comtoir die Correspondenz übernehmenwill, muß schon im Besitz einer unveränderlichen Handschrift sein; sie hier sicherst angewöhnen wollen, widerstreitet den richtigen Begriffen des ganzen Han-delsgeschäfts. Besonders fest und stets gleichförmig müssen die Schriftzügein der Adresse sein. Der Empfänger muß bei Empfang des dritten odervierten Briefes, von einem und demselben Hause, schon aus der Aufschriftden Korrespondenten erkennen. Vorzüglich aber muß der Namenszug in'derFirma unveränderlich beibehalten werden, damit nicht leicht eine Verfälschungderselben vorgehen könne.
Von dem gewöhnlichen Briefwechsel unterscheidet sich der kaufmännischeauch durch einen eigenen Styl , und es kommen in der Handels - Correspondenzverschiedene Ausdrücke vor, die dem Nichteingeweihten ganz fremd erscheinen,obschon sie wirklich deutschen Ursprunges sind. Andere hingegen sind ausfremden Sprachen, besondersaus der italienischen, entlehnt; haben aber,durch ihre seit Jahrhunderten benutzte Anwendung, in der deutschen Handels-Correspondenz eine bleibende Stelle erlangt. Mit diesen fremdartigen Aus-drücken, so wie überhaupt mit dem in kaufmännischen Briefen üblichen Stylemuß man daher völlig vertraut sein, wenn man sich der Correspondenz - Füh-rung unterziehen will.
Um in der Handels - Correspondenz, sowohl der deutschen als der infremden Sprachen geführten, Uebung zu erlangen. giebt es kein besseres Mit-tel, als, man sucht gute Briefmuster zu bekommen und copirt diese. Wirdhierbei die gehörige Aufmerksamkeit auf Ausdruck und Gegenstand zugleichgerichtet, so theilt sich der Geist und der Styl detz Ausstellers unver-merkt dem Fleißigen mit, der in kurzer Zeit bedeutende Fortschritte machenwird.
Die Form der deutschen Handelsbriefe ist ganz einfach. Oben rechts aufdem Briefbogen steht der Ort und das Datum, unter diesem, von der linkenSeite her, der Name Dessen, an den der Brief gerichtet ist, dem dann, ohneweitere Titulatur, so kurz als möglich abgefaßt, der eigentliche Inhalt folgt.Einige haben auch den Gebrauch, den Namen oder die Adresse des Briefem-pfängers obenan zu stellen, und dann den Ort und das Datum rechter Handdarunter zu schreiben. Andere Nationen haben die Titulaturen bei Abfassungihrer Handelsbriefe noch beibehalten, und die Sitte erforderte daß man bei