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Dritter Band.
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Banken verschiedener Länder,

§.6. Banken in Irland.

„Vielleicht in keinem einzigen Lande lsagt 8ir N. ksrnel irgendwo) istdie Fabrikation des Papiergeldes so weit getrieben und zu solch einem schäd-lichen Mißbrauche geworden, als in Irland. Eine Landes- oder National-Bank wurde um's Jahr 1783 errichtet, welche dieselben Rechte und Freihei-ten erhielt, wie die Bank von England, daß nämlich keine andere Bank ausmehr als sechs Theilhabern vereinigt und zusammengesetzt bestehen solle; undder Schade, welchen Irland durch die wiederholten Fallimente seiner Bankenerlitt, ist hauptsächlich der Mangelhaftigkeit der bort geltenden Gesetze zuzu-schreiben. Hatte das Geschäft der Banken in Irland dieselbe Freiheit genos-sen, welche es in Schottland fortwährend genießt, so würde das Bedürfniß mitder Zunahme des Handels und der Gewerbe gestiegen sein, und nach der höch-sten Wahrscheinlichkeit würden Bereinigte Bank-Gesellschaften(xoint stock compnnies) entstanden sein, mit großen Fonds und geleitetdurch Weisheit und zweckmäßige Einrichtung."

„Im Jahre 1797, als die Bank von England mit ihren Zahlungen auf-gehalten wurde, und ihre Freiheiten eine Erweiterung erhielten, wurden solcheder Bank von Irland zu gleicher Zeit untertheilt, seit welcher Zeit sich dieSumme ihrer ausgegebenen Banknoten sehr vermehrte. 1797 waren davon621,9 l 7 Pfd. in Umlauf; 1819 schon 2,266,471 und !8l4 2,286,999 Pfd."

„Diese Vermehrung der Banknoten verursachte eine beinahe gleichmäßigeVervielfältigung der Noten durch die Landbanken, und 1894 existirten derenfünfzig. Die Folge dieser Uebcrschwemmung von Papier statt Geld war des-sen unausbleibliche Entwerthung; der Preis des Geldes und der Guineenstieg 16 K über den Papierpreis, der Wechselcours auf London brachte einenVerlust von 18 Z> während der Wechselgang 8A 2 war. Das Nachtheiligedieses Courses verbesserte sich jedoch späterhin, aber nicht dadurch, daß dieMenge der von der Bank von Irland in Umlauf gesetzten Noten vermindertworden wäre, sondern durch ein gleiches Sinken des Werthes des britischenPapiergeldes im Jahr 1810, wodurch denn der Mechselcours sich wieder zumwirklichen Pari hob."

„Die Verluste des Landes durch die Banken in Irland, die ihre Zahlun-gen nicht fortsetzen konnten, kann mit wenigen Worten beschrieben werden.Nach dem abgestatteten Bericht des Committee über den Wechsel- und Geld-preis in Irland, 1894, waren zu jener Zeit Lv Banken gesetzlich eingezeichnet.Seit jenem Jahre war eine beträchtliche Änzab! noch hinzu errichtet worden;allein sämmtliche Banken sind gefallen, immer eine nach der andern, unddas Land wurde dadurch von Zeitpunkt zu Zeitpunkt in eine grenzenloseNoth versetzt, und bloß folgende wenige Banken blieben ausnahmsweise ste-hen; zuerst einige, welche sich von den Geschäften zurückzogen; sodann die vierBanken in Dublin; drei zu Belfast und zuletzt noch eine zu Mallow.Diese acht Banken, die neue Provinzialbank und die Bank von Irland sinddie einzigen, welche gegenwärtig in Irland bestehen."

„Im Jahr 1821, in Betracht, daß elf Banken beinahe zu ein und dcrsel-

1 Diese neue Firma entstand kürzlich durch die Vereinigung lange beste-hender Häuser von hohem Credit, mit Namen: Thomas Kinnear und Söhne,und Donald Smith und Compagnie.