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Dritter Band.
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Von den Staatspapieren.

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§. 2. Wahrscheinliche Veranlassung zum Handel mitStaatspapieren.

Es laßt sich wohl mit ziemlicher Gewißheit annehmen, daß den erstenAnlaß dazu die, schon lange zuvor, mit Aktien betriebenen Geschäfte gegebenhaben; denn schon frühzeitig gehörten, zu den beliebten Unternehmungen,Speculationen in großen Handelscompagnicn, besonders nach andern Welt-theilen, die von den Regierungen genehmigt und geschützt wurden. Die Theil-nehmer einer solchen Compagnie bildeten, wie noch jetzt, den Stock durch be-stimmte Einzahlungen, und erhielten hierüber eine Bescheinigung, die Actie;da aber die Compagnie gewöhnlich bestimmte, daß die Actien nie abgelöst«erben durften, so stand es dagegen den Inhabern frei» solche an Andere zuverknusen, und den Anspruch auf den Gewinn (Dividende) diesem zu überlas-sen. Das Steigen und Fallen dieses Gewinns unterhielt die Neigung zu sol-chen Speculationen, und da Mehre daran Theil zu nehmen wünschten, dieeinmal bestimmte Anzahl von Actien aber, ohne Einwilligung der ganzenCompagnie, nicht vermehrt werden durfte, so war es wohl natürlich, daß sichbei günstigen Aussichten Kauflustige fanden, wie es hingegen bei ungünstigenan Verkäufern nicht fehlte, und sich also ein Verkehr mit den Actien bildete.

Dieser Verkehr erhielt reichliche Nahrung durch die, im Jahre 1802, er-folgte Vereinigung mehrer kleinen Gesellschaften, zu der großen Holländisch-Ostindischen Compagnie, deren glückliche Unternehmungen den jähr-lichen Gewinn sogar einmal auf 50 Procsnt steigerten; wiewohl die Aktiennach dem SOjährigen Kriege auf so Procent heruntergingen und die Schuldender Compagnie gegen das Ende des 18. Jahrhunderts an 120 Millionen Fl.betrugen. Schon hieraus läßt sich die Möglichkeit eines lebhaften Verkehrsmit Actien zur Genüge darthun; wir finden aber auch noch andere Beweisedafür in England, Frankreich, und den Niederlanden, wo der Actienhandel,im ersten Vierte! des 18. Jahrhunderts, in seinem höchsten Flore stand. InEngland zeichnete sich besonders die Sädsee-Compagnie aus, deren Ac-tien ungeheuer stiegen, als sich das Gerächt verbreitete, man wolle Port.-Ma-hon und Gibraltar gegen mehre feste Plätze in Gibraltar vertauschen, fielenaber auch eben so, als jenes Gerücht als gänzlich ungegründet erkannt wurde,so baß die Actien, die kurz zuvor, auf der Börse, kaum für 1000 Pf. St. zubekommen waren, für 150 Pf. St. angeboten wurden. Am 14. Februar1720 bot die Compagnie 2 Millionen Pf. St. ihres Capitalstocks zu soo Kaus, die Actien stiegen aber auf der Börse gleich bis auf 225 Z, bald daraufzu S40 K, und die Wuth des Aufkaufens war so groß, baß die Compagniefür 250,000 Pf. St. mehr unterbracht^, als sie Anfangs beabsichtigt hatte.Noch einträglicher waren die, auf die erste Unterzeichnun g folgenden. In derMitte des Jahres 1720 standen die Actien über l ooo °Pf. St. und das Ver-langen darnach war so groß, daß sie an der einen Eck>> der zu der Börse füh-renden engen Straße um 10 K Procent höher gekauft wurden, als an der an-dern etwas weiter vom Börsenlocale entfernten Ecke. Durch das plötzlicheFallen derselben im December desselben Jahres würd en aber auch eine MengeFallimente und eine solche Gährung im Volke veraula.ßt, daß die Regierunggezwungen war, eiligst Couriers an den König abzusenden, der sich damals inHannover befand, worauf alsbald die Absetzung ioer Directoren erfolgte, ihrVermögen confiscirt und das Parlament beauftr» gt «wurde, sich über kräftige