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Dritter Band.
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Von den Staatspapieren.

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nicht die aus denselben hervorgehende Forderung, sondern nur deren Bescheini-gung sür erloschen. Als Forderungsrecht der in den Staatspapieren bezeich-neten Summen betrachtet, können sie ebenfalls keinen bestimmten Werth ha-ben, indem die Staatsobligation nur die Bescheinigung des Forderungsrechtesoder der Forderung des Staatsgläubigcrs, nicht aber diese Forderung selbst ist.Man kann sie daher nur als Urkunden über diejenigen Summen, welche derStaat von seinen Gläubigern erhalten und zu bestimmter Zeit zurück zu zah-len hat, ansehen. Dadurch aber, daß diese Urkunden ein Gegenstand des Ver-kehrs geworden sind, haben sie eine größere Bedeutenheit erlangt, der zu Folgeihnen jedoch nur in so fern ein materieller Werth beigelegt werden kann, alsder Verkehrswerth darunter verstanden wird und sie ein Gegenstand von Be-deutung für den Geschäftsmann geworden sind oder werden können. Dadurchaber, daß die Unternehmer einer Anleihe, mit Genehmigung der Staatsbe-hörde, Theilschulbscheine zum Absatz ausbieten, sie also gleichsam zu Marktebringen, werden diese zu einer Waare, welche, so wie jede andere, ihre Preisehat, die steigen oder fallen, je nachdem die Waare begehrt wird oder nicht.Man kann daher um so unbedenklicher sagen: Staatspapiere n» por-teur sind als reine Waare zu betrachten, als auch die Slaats-regierungen selbst diese Meinung billigen, ihre Tilgungskassen in der Regelnach dem Tagespreise der Papiere diese einkaufen und die Preiszertel derBörse unter ihrer Aufsicht und Genehmigung erscheinen.

§. 28. Der Tagespreis und dessen Bildung.

Tagespreis, Marktpreis, Börsepreis, Börsewerth oberCours nennt man den Geldbetrag, sür welchen Staatspapiere, als Waarebetrachtet, zu bestimmter Zeit verkauft werden oder käuflich sind. Dieser Be-trag. den man, wie jeden andern Marktpreis, bald steigen, bald fallen sieht,richtet sich zunächst danach, in wiefern Staatspapiere mehr oder weniger käuf-lich ausgeboten oder zu kaufen gesucht werden oder, in der Börsensprache zureden, wie das Angebot und die Nachfrage ist. Außerdem aber wirdauch das Steigen und Fallen der Staatspapiere noch durch verschiedene andereUrsachen veranlaßt, von denen als die vorzüglichsten zu bemerken sind:

u) Die Art und Weise eines Anleihe-Abschlusses. Eshängt viel davon ab, wie eine Anleihe gemacht ist, ob zu deren Tilgung schoneine gewisse Terminalzahlung vorausbestimmt oder ob sie den Umständen über-lassen, ob die Rückzahlung durch periodische Verloosungen oder wie sonst ge-schehen soll u. s. w. Ist bei einer Anleihe der Tilgungstermin schon zumVoraus bestimmt, wirb sie zumal durch regelmäßige Verloosungen abgetragen,so werden deren Papiere immer mehr gesucht, stehen also auch höher imWerthe, als die, welche zunächst auf den Markt angewiesen sind und vomStaate nur dann rückgekauft werden, wenn ihr Tagespreis niedrig steht.Eben so hat auch der bevorstehende Abschluß einer neuen Anleihe Einfluß aufden Tagespreis der Papiere der alteren, die aber gewöhnlich nur von großenHäusern eine Zeitlang heruntergedrückt werden, um dadurch die,neue Anleihe >möglichst annehmlich zugeschlagen zu bekommen.

6) Der Zinsfuß und Ertrag der Staatspapiere. Capi-talien, die hauptsächlich auf sichere Zinsen rechnen, richten ihr Augenmerkimmer auf solche Papiere, die einen reichlichen, leicht und sicher zu beziehen-den Zinscngenuß versprechen, dahingegen für Speculanten die ständigen Zinsen