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Dritter Band.
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Von den Münzen.

und das Abgewogene wurde mit dem Zeichen des habenden Gewichts bemerkt.Hierbei mochten denn auch mitunter manche Unrichtigkeiten im Gewicht vor-kommen, weßhalb es endlich die Obrigkeit für ihre Pflicht hielt, solche abge-wogene Quantitäten amtlich zu bezeichnen und dadurch Bürgschaft für ihrrichtiges Gewicht zu leisten. Was war nun aber wohl natürlicher, als daßman so bezeichnete Metallstücke nach ihrem Gewichisgehalte benannte? Somögen denn Eisen und Kupfer die ersten Metalle gewesen sein, deren man sichals Zahlmittel bediente; und als diese nun durch Gold und Silber verdrängtwurden, welche in einem höheren Werthe standen, -so gab man den Stückendieser edlen Metalle, für welche man eine gewisse Gewichtsmenge jener uned-len einkaufen oder eintauschen konnte, dieselbe Benennung. So hatten dieGriechen das Talent als Gewicht und als Münze, wie die Römer das As.So finden wir noch jetzt in England das Pfund Sterling (welches vor demvierzehnten Jahrhundert wirklich ein Pfund Silber wog), in Norddeutschlanddie Mark. Die Münzen neuerer Zeit haben ihre Benennung theils von ih-rer Form, theils von den Orten ihrer ersten Ausprägung, theils von ihremGehalt und Ansehen und Gepräge bekommen. So waren z. B. die Pfennigein früheren Zeiten ebenfalls von Silber und bildeten kleine vertiefte Schalenoder Pfännchen; daher der Name Pfänniche. In Joachimsthal wurden dieersten großen Silbcrstücke geprägt, die man Joachimsthaler nannte, worausspäter die allgemeine Benennung Thaler entstand. Gulden bedeutet ur-sprünglich Gülden oder Golden, und man benannte die ersten Münzen dieserArt Güldengroschen, oder Goldgroschen. Der Name Groschen aber scheint vonGros oder Großdutzend lzwölf Dutzend) hergekommen zu sein, wie denn nochjetzt die Groschen in 12 Pfennige getheilt werben. Die Mariengulden undMariengroschen zeigten auf ihrem Gepräge anfänglich das Wild der MutterMaria, und die Matthier (4, Pfennigstücke) das Bild des Apostels Matthias.

Z. 3. Der Münzfuß.

Unter Münzfuß wird der reiste Gehalt der edlen Metalle, nach einem be-stimmten Gewicht, in einer gewissen Menge ober Anzahl geprägter Geldstückeverstanden. Das Gewicht, welches man dabei gewöhnlich als Norm annimmt,ist die Mark, welche 8 Unzen oder 1g Loth enthält. Die Anzahl von Geld-stücken, von gleichem Werthe, in welchen eine Mark fein enthalten ist, bezeich-nen also den Münzfuß, nach welchem sie ausgeprägt wurden, und hieraus er-gibt sich alsdann, wie viel bei dem Gesammtgewicht dieser Münzen Zusatz vonander« Metalle (gewöhnlich Kupfer) sich befindet. So z. B. wiegen 10-jThaler Preußisch 2- Stücken eine Mark oder 1 g Loth Kölnisch, enthalten jedochnur 12 Loth seines <Hilber; mithin 4 Loth Zusatz. Der Münzfuß ist sich je-doch nicht allenthalben gleich; in manchen Landern wird mehr, in manchen we-niger Geld aus der Mark fein geprägt. Eben so ist auch die Quantität derkleineren Silbermänze oder der Scheidemünze, in einerlei Landern, auf diefeine Mark bedeutender als die größeren Silbergeldstäcke. So z. B. haben3 Thlr. 1 SD Silbergroschen in Preußen nur 3 Loth 10 Grän fein Gehalt, dahingegen 3 Thlr. 1L Sgr. der größern Silbergeldsorten 4 Loth fein enthalten.Die in Deutschlgnd üblichen Münzfüße sind: 1) Der Siebenzehn-Guidenfuß,nach welchem in Hamburg Doppel-Markstücke 17 auf die feine Mark, einfa-che Markstücke, Halbe-, Viertel-, Achtel-Markstücke und Schillinge in gleicher