Band 
Dritter Band.
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Vereine zum überseeischen Handel.

gen hatten, doch noch mit bedeutenden Anleihen zu Hülfe kommen mußten.Dadurch, daß Holland zur Zeit der französischen Revolution sich an Frank-reich schloß, verlor sie ihre meisten Besitzungen und mußte 17SL die Zahlungihrer Dividenden einstellen; bis 17S2 waren ihre Schulden bereits auf lv7Millionen Gulden angewachsen und die Kosten der Verwaltung hatten dieEinkünfte langst überstiegen; die indischen Besitzungen würden daher fürNational-Eigenthum erklärt und die Schulden mit der Staatsschuld ver-einigt; der Handel wurde freigegeben. Im Frieden zu Amiens wurden zwardie Besitzungen bis auf Ceylonwon den Engländern zurückgegeben, da aberdieser Friede nur von kurzer Dauer war, so gingen sie auch bald wieder ver-loren und im allgemeinen Frieden erhielt Holland von allen indischen Be-sitzungen nur die Gouvernements von Batavia und Amboina, Band«, Ternate,Malakka, Makassar, nebst einigen zerstreuten Comptoiren an den Küsten vonCoromandel und Malabar zurück. Seit 1815 hat sich auf den Trümmern derehemaligen ostindischen Compagnie eine neue Handelsgesellschaft für den chi-nesischen Theehandel begründet.

Die holländisch-westindische Handelsgesellschaft wurde1521 mit dem Rechte, nach der Westküste Afrika's und ganz Amerika zu han-deln und mit einem Fonds von K Millionen Gulden in 12,000 Actien errich-tet; ihre innere Einrichtung war fast dieselbe, wie bei der holländisch.ostindi-schen Compagnie. Auch die Geschäfte derselben waren im Anfange von Be-deutung, sodaß die Actien oft 50 Procent Dividende brachten. Als aber diePortugiesen in Brasilien mächtiger wurden, und als IS54 die meisten Be-sitzungen in Amerika verloren gingen, verminderten sich auch die Handelsein-künfte der Gesellschaft, die sich 1074 mit ihren Gläubigern verband; derFonds belief sich nur auf KSV,000 Gulden und die Geschäfte waren nur nochvon geringer Bedeutung. Der Handel wurde 1734 frei gegeben und die Ge-sellschaft behielt nur ihre Besitzungen, nahm von den dahin Handelnden 2^Procent und ein Kopfgeld von den Negern, welche dort eingeführt wurden,bestand aber auch in dieser Vereinigung nicht lange. Bei ihrer Auflösunggingen die Besitzungen an die Regierung über.

§. S. Portugiesische Handelsgesellschaften.

Obfchon die Portugiesen zu den ältesten handeltreibenden Völkern Euro-pas gehörten und ihr Handel sogar eine Zeitlang den der Venetianer ver-dunkelte, so sind doch alle eigentlichen Handelsvereine derselben gänzlich erlo-schen und es bestehen gegenwärtig nur noch zwei privilegirte Handelsgesellschaf-ten unter der Benennung: Fischerg esellschaften, die eine für die Fische-rei am obern D uero und die alg a rv isch e Fischergesellschaft.

Früher bestandene und sämmtlich eingegangene Handelsgesellschaften Por-tugals waren:

Die portugiesisch-afrikanische Handelsgesellschaft, wel-che 172S errichtet wurde, um Brasilien mit Sklaven zu versorgen.

Die portugiesisch-asiatische Gesellschaft, 175S wegen desHandels nach Asien zu Lissabon gestiftet und in Folge des 1755 dort Statt ge-habten Erdbebens wieder aufgelöst.

Die portugiesischen Handelsgesellschaften von Maran-hon und Para in Brasilien; erstere 175S, letztere 17öS zum Han-