Also ruft som fernen TiberstrandeFreundschaft dir aus ihren Hainen zu!
Hier in des Vergangnen hehrem Lande *)Wohnt bei Schatten tiefe Seelenruh:
Hier am offnen Grabe grauer ZeitenSteigen Adlern gleich Gedanken auf:
Und der Maßstab neuer KünftigkeitenIst der Vorzeit schnell entschwundner kauf.
7 .
Blick hinab ins düstre Thal der Zeiten,
Dort verschlingt sich euer Lebenspfad!
Vorzeit ist die Saat von Ewigkeiten,
Der Gedanke reift in ihr zur That;
Was du Müller'n, was er dir gewesen,
Blüht dort zur Vollendung froh empor,
Kann nicht mit ihm in der Gruft verwesen;Was vom Licht kam, steigt an's Licht hervor.
8 .
Dort, wo Weltenbahnen sich vereinen,Fließt auch in die seine deine Bahn:Auch der stille Lebensbach der meinenRinnt, ein Tröpfchen, in den Ocean!
*) Als die Dichterin unerwartet Johannes Müllers Ve-grabniß in den Zeitungen las, ohne auch nur seineKrankheit zu ahnen, lebte sie einsam mit ihrer ^ech-ter am Albanischen Berge, dritlhalb Meilen von Rom.