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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
Seite
VII
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Also ruft som fernen TiberstrandeFreundschaft dir aus ihren Hainen zu!

Hier in des Vergangnen hehrem Lande *)Wohnt bei Schatten tiefe Seelenruh:

Hier am offnen Grabe grauer ZeitenSteigen Adlern gleich Gedanken auf:

Und der Maßstab neuer KünftigkeitenIst der Vorzeit schnell entschwundner kauf.

7 .

Blick hinab ins düstre Thal der Zeiten,

Dort verschlingt sich euer Lebenspfad!

Vorzeit ist die Saat von Ewigkeiten,

Der Gedanke reift in ihr zur That;

Was du Müller'n, was er dir gewesen,

Blüht dort zur Vollendung froh empor,

Kann nicht mit ihm in der Gruft verwesen;Was vom Licht kam, steigt an's Licht hervor.

8 .

Dort, wo Weltenbahnen sich vereinen,Fließt auch in die seine deine Bahn:Auch der stille Lebensbach der meinenRinnt, ein Tröpfchen, in den Ocean!

*) Als die Dichterin unerwartet Johannes Müllers Ve-grabniß in den Zeitungen las, ohne auch nur seineKrankheit zu ahnen, lebte sie einsam mit ihrer ^ech-ter am Albanischen Berge, dritlhalb Meilen von Rom.