©titfe an Bonstetten.
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sollte fie doch bei ihrem Geschichtschreiber blühen,der am besten ihre Nothwendigkeit kennt. Ichhabe deine zwei Briefe empfangen, und deineSeele darin erkannt; ich, mein Freund, bin nichtunschlüssig. Ich habe 1800 Gulden, einen Titel,Aussichten hier, wenn der folgende Kurfürst indemselben System bleibt, Aussichten in Preußenim entgegenstehenden Fall. Da sey aber Gott vor,daß ich zwischen der gemeinnützigsten edelsten undzwischen der bequemern Manier zweifeln sollte!Ich rede hier nicht nach anderem als meinem eige-nen Gefühl, durch welches ich weiß, daß keineArbeit mir unüberwindlich, keine Leidenschaft un-bezwingbar ist, wenn ich mich berufen fühle zudem großen Zweck, unserer vortrefflichen Nationihr Glück, ihre Ehre und Pflichten zu zeigen;hierin wird Gott mit mir seyn, der, wie in allenalten Gefahren, so in dieser so unmerklichen Er-schlaffung ihres Nationalcharakters, Hülfe wirderscheinen lassen. Es ist nun die Zeit nicht, überdieses alles Betrachtungen anzustellen, sondern,da ich kommen will, die beste Manier ausfindigzu machen, wie ich könne kommen und mein Amtverrichten. Dreierlei ist hier zu bemerken.
Durch wen es geschehen soll? Am besten durchdie Regierung. Wenn sie allenfalls kein oder nichtgenug Geld hergeben wollte, so nehme ich die Sub-scriptionen an, allein ich wünsche sehr, daß dieRegierung mir wenigstens meldet, „sie ertheilemir den Titel oder das Amt," weit ihr Wortmeinem Fürsten den Eindruck machen muß, daßich ohne seine Beleidigung meinen Abschied erhalte.
Auf was für Pflichten? Hier muß ich sagen,daß, wenn ich auf den Fuß aller Prosessoren seynsoll, ich nicht ohne Besvrgniß bin, meine Schul-digkeit nur halb thun zu können. Der Professor