Buch 
Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
Seite
42
JPEG-Download
 

42

Briefe an Bonstetten.

Traum. Würde ich im Frühling hier angestellt,so würde der Traum doch noch wahr. Zst's nicht,so verfliegt er, wie andere tausend. Laß unsnicht so weit hinaus denken, sondern diese beiden Theile erst ausarbeiten. Die zwei Dinge nur,die nimm an; einmal, nicht auf Collegien, alseine unumgängliche Hülfe, zu rechnen; zweitens,nichts von Freunden!

Ich habe deinen Plan zum zweitenmal über:lesen., In dem bestätige ich mich, es ist auf dieCollegia nicht, als auf ein sine qua non zu rech:nett, und eine beständige Controle jedes Pfennigs,den ich ausgebe, und jedes Glases Wein, davonich täglich 2 oder 5 trinke, mag ich auch nicht.Sollte jemand, nicht meinetwegen und nicht ausErbarmung, sondern des gemeinen Wesens wegen,zum Nutzen der Nachkommen, zur Ehre der-ter und für die Nachwelt mir Geld geben, damitich Zeit habe, dieses Buch zu schreiben, der wirdseinen Zweck erreichen, und ich werde ihn ehrenauf alle Weise. Lebe wohl.

Die neuere Geschichte der S. ist so ganz unbe-arbeitet geblieben, daß ich selber sie nicht weiß.Wenn ich sie schriebe, so wollte ich die der umlie-genden Mächte zugleich wohl studiren, auf daßder Körper von allen Seiten erleuchtet werde.Lebe wvbl.

240 .

Mainz, den r9 Christm. I7ss.

Wenn in der ganzen übrigen Welt keine Va-terlandsliebe mehr cristirt, soll sie doch noch beidenen seyn, welche nur durch sie eristiren. Beiunserer Nation, wenn beim größern Theil derEidgenossen die Vaterlandsliebe erloschen sollte.