Brief« an ason (Jetten.
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*) „Ich ließ keine Ruhe noch Rast; gleich am„nächsten Posttage schrieb Bonstetten seinem Müller,„der Alte dem Alten! Gleich erfolgte die„Antwort des Alten an den Alten. Und„nun war's, als hätten sie nie aufgehört, sich zu„schreiben, und diese Briefe, aus der letzten Epo-„che vomJahr 1798 an, sind davon der herrlichste„Beweis; so wie die folgenden bis zum Jahr„1809, deren letzter, 8 Wochen vor Müllers Tode„geschriebener, zugleich einer der herz- und seelen-„vollsten ist — die heilige Flamme der Jugend-„frcundschaft lodert im Busen des greifenden kum-„merbelasteten Staatsmanns, wie in des Jüng-„lings freudeklopfender Brust; sie erhellte noch das„schon sich öffnende Grab .... Auf Ihren drin-„genden Wunsch übergebe ich Ihnen auch von sei-„nen Briefen an mich alle, welche mir zum Druck„geeignet'scheinen: sie sprechen Müllers Charakter„und Denkungsart bis ans End'e zu rein und„schön aus, als daß ich sie der gerechten Nachwelt„vorenthalten dürfte.
„Fülle der Empfindung und des Ausdrucks sind„Müllern so charakteristisch eigen, daß man es„verzeihen wird, wenn er, welcher dies« Blüthen„des Gefühls über alles, was er liebte und ehrte,„mit freigebiger Hand ergoß, auch die persönlich„so gut wie ungekannte Freundin mit dem Ueber-„fluffe Seines Herzens schmückte. Er liebte„mich erst um des Freundes willen; später um„des Guten willen, welches er an mir zu finden„glaubte — und die Güte verzeihe, wo der Gute„zu viel that."
■*) Es geschieht mit Ihrer Erlaubniß, daß ich diese stell«Ihres Briefes an mich hier abdrucken lasse. M>