Buch 
Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
Seite
82
JPEG-Download
 

82

Briefe an Bonstetten.

u. s. f. Die französische Partei zu gewinnen, „

mußte ich scheinen, mit den französischen Geschäfts- „

Männern nicht unzufrieden zu seyn; ebenso, wie 3

sie mir alles auf das Beste vorstellten, in der Mei- §

nung, mich einzunehmen. Von solchen Briefen «

wurden abgerissene und gewissermaßen verfälschte, » f ewenigstens entstellte Fragmente, zu meinem größ- g,

ten Aerger in Zeitungen eingerückt, wo sie in ganz 3

einem andern Lichte erscheinen mußten. Dieses m

geschah nach meiner Zurückkunft, und Sie können -,

sich vorstellen, was es hier für ein Aufsehen machte. ^

Glücklicherweise leistete der Hof mir solche Gerech- te

rigkeit, daß er selbst die Bekanntmachung einer K

Erklärung dieser Dinge (so wie ich sie Ihnen hier ch

gebe) für unnöthig erklärte. In der Schweiz de- ri

clamirte man wider mich, und nach vier Wochenfolgte man mir : so daß wirklich in der Hauptsache si,

das, was ich wünschte, im Innern geschehen ist, tei

und hierans für das Land ein solcher Enthuflas- I,

mus neu erwacht ist, daß ich die beste Hoffnung da

habe, die Franzosen sollen zurückgeschreckt, oder 35

allenfalls übel empfangen, und die Unabhängigkeit vi-der Schweiz glorreich behauptet werden. — Hier- fsi

auf beruhet alles: unser Volk ist sonst so brav, daß ur

ich von ihm gar nichts besorge; alles aber, wen« ia,

jene es überlisten und hetzen. Der Sinn der Na- §,

tion ist sonst so gerade, daß auch Bst. zu Nion »,

wie ein Halbgott verehrt wurde. Indessen ist er uu

darum in einer mißlichen Lage, weil die Anhänger sch

des unseligen La Harpe die Franzosen in die Waadt, P,

wo er seine Güter hat, berufen haben, und nun ga

dieses Ländchen fürchterliche Abgaben zahlen muß. —

Doch, das Gut wird bleiben, und der Verlustwohl nicht weiter gehen, als ein paar Jahre desErtrages, während deren ich hoffe, daß die Schweizwieder zur Ruhe kömmt. Indessen haben Karl