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Briefe an Bonstetten.
die Höft scheinen hin und wieder wie mit einemZauber beworfen, der narkotisch wirkt, und so läßtsich nichts thun.
Adieu, die Zeitumstände machen mich matt; ichgebe mir zwar alle Mühe, zu bedenken, daß ich nocheinen, hievon unabhängigen, Wirkungskreis mirselbst schaffen könnte ; aber das Gefühl derlhnwür-digkeitcn, des feindlichen Betrugs, des europäischenStupors, wirkt auf mein Nervensystem, und dieUnmöglichkeit, ihm Luft zu machen, zerstört mich.Oeffne mir von diesem Weltlauf unabhängigereAussichten, und vergiß nicht zu zeigen, daß sie zu-gänglich sind. Mein Herz und Geist mit Fried-chen und Bon!
Wien, den ii Jan. 1799 .
P. 8. Mit Enthusiasmus las ich die Darstellun-gen von dem Finanzsystem eures glückseligenReichs. Sie sind Meisterstücke, und die Schilde-rung ist ihrer würdig; simpel, kernvoll, beruhigend,stärkend wie sie. Ich habe die größte Verehrungfür den Grafen von Schimmelmann. Er zeigt, wasein Finanzminister seyn kann, der mit seiner Ge-schäftskenntniß höhere Aufklärung und ein reineswohlwollendes Herz verbindet.
Irgendwo in den Briefen scheint Friederika dieTerra di lavoro von der dem dürftigen Volkenöthigen Anstrengung herzuleiten; das ist aber nichtso, sondern der Name bloß Corruption von Libé-rien, wie dieses Land im Anfange des Mittelal-ters (ich weiß nicht woher?) hieß.
Die künftige Woche gebe ich Eure Sachen demErzherzog Johann, welchen vortrefflichen Jüng-ling ich, ganz wie einen andern Freund, achtungs-voll aufs zärtlichste liebe. Meine Historie kann er