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Briefe an Bonstetten.
noch als ein eben so wichtiges und neues Werkbetrachten. Ich habe mir allerhand Regeln ausden Erzählungen unserer Alpenbewohner, andereaus morgenländischen, oft nach Ueberlieferungschreibenden Geschichtforschern abstrahirt, und ge-funden, daß auch in dieser Hinsicht die lebendeWelt ein vortrefflicher Commenrar der gewesenenist. Schlötzer u. a. werfen zu schnell weg, wasin gewissen Umstanden fabelhaft ist. Auf die nor-dischen Sagen machte mich der Nibelungen Liedzuerst aufmerksam, das ich im Jahre 1782 oderAnfangs 85 für die Göttingenschen Anzeigen re-ccnsirt habe. Zur selbigen ßeit war mir aber fastnur Peringskivld (Suhm ist weit kritischer) zuHanden.
Uebrigens habe ich die größte Mühe, zu glau-ben, daß in Regner Lodbrogs Sage unser Wiv-lisburg vorkomme. Aventicum einmal war um350 (der höchst glaubwürdige Ammianus erzähltes) schon zerstört; am wahrscheinlichsten »vn Ale-mannen , die Constantinus Chlorus um 297 beiWindisch (wohl auf dem Rückzüge) schlug; umwelche Zeit auch alle aventischen Denkmale aufhö-ren. Hierauf war die Gegend Uechtland, d. i.desertiim; der benachbarte Wälschneuenburger derUechtisee; so daß auch die Bischöfe den Ortals verfallen verließen; erst im eilften Jahrhun-dert (wenn ich mich nicht ganz irre) zeigt sich dieWivlisburg, die Burg des Gaues Veilly, aberdurchaus unansehnlich, und nie weder groß, nochfest. Aus der Karlowingcr Zeit, wo Regner lebte,eristirt eine Menge Urkunden über die Herrschaftenund Klöster des Landes zwischen Jura und Rüß;durch welch ein Mirakel wäre eine normannischeErpedition dahin, auch nur ein Durchzug, völligunbemerkt geblieben?