Briefe an Bonstetten.
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îich haben), und daß man der Abfassung desselbendie abgeschmacktesten Gründe entgegensetzt; so daßich mich endlich entschlossen habe, ihn (zu meinemGebrauch) eigenhändig abzufassen. Das brauchtwohl ein Jahr Fleiß; ist aber eine in mancherleiRücksicht interessante Arbeit. Au Hause setze ichdie Schweizergeschichte fort. Deine Vorwürfe, Bon*),über mein Wenigschreiben, kränken mich nicht; erst-lich weil du so gut, als ich, die Ursachen weißt;war ich Herr meiner Zeit? Wie viele mußte ichGeschäften geben, für die ich besoldet wurde? Zwei-tens weil die Geschichtschreibung vieljährige Lee-türe erfordert. Drittens weil ich überhaupt fürdas Vielschreiben nicht bin; man wiederholt sich;den Alten, den Großen unter ihnen, war EinWerk Lebensgcschäste, wenn mehr zu liefern ihr Be-ruf nicht war. Und glaubst du, daß dem Vielleserund Besitzer einer solchen Bibliothek so leicht vor-kommt, etwas zu sagen, das noch nicht oder nicht ebenso gut gesagt wäre? So arbeite ich zwar, würdeaber, wenn es seyn müßte, auch vor der Vollen-dung dieftr Plane ohne Gewissensbisse abtreten z»können glauben.
Seit etlichen Jahren bin ich mit gar keiner Zeit-schrift in Verbindung; daher wußte ich in Wahr-heit nicht, wohin ich so geradezu eine Recensionschicken könnte, ohne baß es offenbar casus proamico schiene, welches unser nicht würdig ist. Ichwerde Böttiger schreiben, daß er selbst oder durcheinen Mann von GeM und Billigkeit es besorge.
*) Dieses immer wiederholte Spornen des Freundesentstand aus, ach! nur zu richtiz eingetroffenerAhnung, Johannes werde hinüdergehen, ohne derNachwelt eines feiner Wecke vollendet zu hinterlaßsen — so erscheine er denn ganz in diesen Briefen.