268
Briefe an Bonstetten.
aus den Gränzen deines Landes, und, was mehrist, aus den Gränzen der Thatsachen und in dieRegionen der Systeme getreten; welches nicht ge-than zu haben, mir an dir sehr wohl gefällt. Erfindet einige incorrections in der Sprache, siewären aber unbedeutend, und ihre Verbesserungleicht, einige habe ich angezeichnet. Er warnetdich, die Sitten, die du rühmst, nicht selberdurch die Vorschläge, die du machst, zu unter-graben, da Reichthum und Einfalt nicht leichtbeisammen sind; und hierin bin ich mehrmals erselbst, seiner Meinung, doch scheint mir Sanenso reich noch nicht, wie andere eurer Gegenden,wo nicht minder die guten Sitten blühen, daherfür jetzt und von jenen Vorschlägen ich nichts, wohlaber von denen besorge, die dieselben zu weit trei-ben möchten; also erinnere dich, wie oft über demBessern das Gute eingebüßt worden, und ge-wisse Tugenden einander ausschließen. Ueberhauptkann die Menge der jouissances nicht leicht allzugroß werden, wenn fle, wie viele, deren du Mel-dung thust, inländisch, und also natürlich sind,aber viel Geld mochte ich nicht hinbringen. EineKleinigkeit ist, daß du jedem Brief seinen Titelgeben solltest. Gefühlt habe ich im Lesen, daßam interessantesten im ganzen Buch Sanenland»st, und du die gewöhnlichen Ausschweifungen, aufund in alle Alpen, und was zu allgemein ist,weislich vermeidest. Nun ich also erwarte, daßdu es drucken lassest, mochte ich alsobald wissen,ob du es nach Bern zurück, oder hier noch ein-mal lesen wolltest; wenn jenes, schicke ich es dirmit Bts und meinen eigenen Anmerkungen.
Ich gestehe, daß ich diesen Winter durch vorLangerweile fast umkomme; wöchentlich 5—6 Abendeganz allein bei Tronchin, mit welchem, wenn man