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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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284 Briefe an Benfictlen.

14.

Eräfenthal, den :i Seift, i 78k.

!?? Erschöpft vou 24 schlaflosen Stunden (die aus-genommen, da ich den Hut verlor), unaussprechlichzusammengerüttelt auf einem offenen Postwagen,kaum trocken von iLstündigcm Regen, hungcrig,• jedoch zumal nach dir, Freund, schreibe ich dir die-sen Brief. —

Bon Ulm ist nachzuholen, daß die Steuer undNachsteuer (diese auch von Häusern) nebst demUmgelde und vielen Domainen) das Staatsvermö-gen ausmachen; die Stadt tragt selbst alle innern,das Land aber die äußern Kreis- und Reichsans-gaben. In dem Kornlande Albek und anderswostehen sich die Bauern gut, ja wohl eher hat einer30,060 ff. besessen. Die Steuern sind so ungeschicktvertheilt, daß, da hier im Lande ein Jauchart kaumhalb so viel ist, als in eben diesem Land in andernGegenden, beide gleich angelegt sind; noch dazubeweiset die Geschichte, daß jene erster» fast allezwei Jahre Hagel ausstehen. Obwohl die Ver-mögenssteuer sich auf 3 Proccnt bcläuft, auch vonAemtern V-jo abgezogen wird, ist alles in solchenVerfall gekommen, daß beides die Bevölkerung auf12,000 Seelen hinab, die Schulden aber auf vierMillionen hinauf gekommen. Da wurde die Herr-schaft Wain einem Hermann aus der Stadt Mem-mingen, aber zu Venedig wohnhaft, um 500,000 fl.verkauft und gewähret; bei diesem wichtigen Schrittnahm sich die Regierung die Mühe nicht, eine vor200 Jahren obenhin ■ vorgenommene Ausmessungdieser Herrschaft zu prüfen; daher fand der Käu-fer sie viel kleiner, als Ulm sie ihm gewahret hatte;Klage zu Wien, großes Murren der Ulmer gegenihre Patricier, und endlich mußte sich die Stadt