Briefe an Bonstetten.
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wand ab- und Ulm durch Sparsamkeit zunahm, so,sagt man, habe Werdenberg (Montfvrt'schen Stam-mes) die erheirathete Grafschaft Albeck zu Ulm anLebkuchen verfressen; der Handel geräth auch hierin Abnahme, der Verfall der Finanzen ist uns all-zu bekannt; General Ried habe sie nun besser ge-ordnet; mir. scheint es traurig, alle diese Städteund ihre Senate am Rand ihres Ruhms zu sehen;wenn Oesterreich will, und Preußen es nicht hin-dert, ist das Reich verloren, und mehr und mehrschreitet Oesterreich zur Allgewalt sort , und schrecktdie armen Benachbarten durch seine furchtbare Her-annäherung ; daher ich auch einen ehrwürdigen al-ten Patricier gehört habe seine einige übrige Hoff-nung auf America setzen. Es ist ihre eigene Schuld;weder Ulm noch Augsburg waren je militärisch;Gold aber ohne Eisen hilft nie; Ulm hat sich durchList und Klugheit vergrößert, aber sie helfen nichtsgegen Schwertesgewalt; ungeachtet vieler kleinenGebrechen rührt mich immer der Untergang einesalten Senats; denn durch althergebrachte Marime»hatte er doch sein Volk reicher, seine Stadt weitgrößer und ansehnlicher z> machen gewußt. Indiesen Städten sind noch viele alte Sitten, und ver-gnügt steh der Patricier etwa mit einer Spazier-fahrt und einem Abendessen mit Würtemberger Wein;die Kenntniß der ausländischen Geschäfte scheint aberauch so eingeschränkt, als die Kenntniß der fremdenSitten. Von Ulm über Leipheim, über Günzburg,über Eommershausen nach Augsburg, wovon weitmehr als von den bisherigen tu sagen ist. Du, Lieb-ster, beobachte Livium und Tacitum, und schreibemir nach Preußen, welche Geheimnisse der historischenKunst du gelernt; mich liebe, wie ich dich, und don!,console was Unvollkommnes und schlecht Geschrie-benes ich dir von meiner Reise zuschreibe. Adieu.