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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Driefe an Bonstetten-

der vorigen Patricier, oder auch durch den Willendes Kaisers; aber dieser Weg zum Patriciat istkostbar (bei 7000 fl.) und verhaßt. Zwei Stadtxfle-ger sind Oberhäupter der Stadt; 7 geheime Räthesind fast was zu Venedig das Collegium; der Senatbesteht aus einunddreißigPatriciern und andern vier-zehn, die von denselben aus Kaufleuten und andernzwei Bürgerklaffen gewählt werden; der große Ratheiniger hundert Bürger wird nur jährlich Einmal zuWahlen einiger Stadtbeamtcn (meist aus dem Senat)und etwa über äußerst wichtige Veränderungen zu-sammen berufen. Gesandte auf den Reichstag wer-den, so oft man dergleichen sendet, von den siebengewählt und instruirt. Im Uebrigen herrscht inallem zwischen beiden Religionen Parität in Ver-waltung der Aemter, und wenn dieses nicht seynkann, Alternative. Auch wird aus den Patriciernund drei Bürgerclassen das Stadtgericht über Ci-vilsachen besetzt; Verbrechen werden von vikrRaths-consulenten (Juristen) untersucht, von sechs dasResultat in Gutachtens - Form an den Senat ge-bracht, und dieser kann mildern; Carls V pein-liche Halsgerichtsordnung ist unsern Zeiten zuhart. Nie hat Augsburg mehr, als wahrend derVolksmacht geblüht. Um dieselbe Zeit ließ Fug-ger, aus einem Dorfe, sich zu Augsurg nieder;nach einigen Geschlechtfolgen erhob sich der Fugger,dessen Genie durch die Wunder Colombv's ent-stammt an allen großen Dingen derselben Zeiteinen solchen Antbeil genommen, daß Papst Leonicht ohne seine Wechsel bestehen können (und,um sie zu bezahlen, isi7 die Ablaßprediger aus-gesendet), Fugger Carln V bei einem Besuch Ver-schreibungen für ein paar Millionen als ein Rauch-werk aufgebrannt, in der Stadt aber durch Wohl-thätigkeit, Pracht, Liebe und Kenntniß der Wis-