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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Briefs an Bonstetten.

stadt, ein Mann von ungezwungener Höflichkeitwelcher im Umgang den 1000jährigen Adel seinesHauses vergißt, der, daß er 25,000 Rthlr. Ein-kommen hat, nur weiß, wann er wohlthun soll;in seinem 7 osten Jahr ein uncrmüdeter Jägerund voll der originellsten Ideen; da war der Dom- ' .

Herr v. Berg, täglich bei Gleim; bei Jugend, *Grazie, Rang, Reichthum und einer vortrefflichenFrau fehlt ihm nichts, als das Glück, sich glück-lich zu fühlen; auch aß ich mit 50 andern beidem Domherrn von Rochow zu Rekahn, aus je-nem alten Adel derjenigen Rechams, die von un-sern Gränzen die Ottonen an diese Mark ver-pflanzt, welche Mark sie auch gewaltig verfochten,guten Theils beherrscht und oft verwirrt. Dawohnt nun dieser, wie seit vielen 100 Jahren dielange Zahl seiner Väter; er aber liebt und beför-dert die Wissenschaften; ich finde ihn einigenHerren von Schinznach in vielem ähnlich. ZweiStunden hat Gleim nach jenem Wernigerode, zweinach Quedlinburg ; da lebt Göze, Bonnets Ueber-fetzer und Bewunderer, der Bonnet dieses Landes;das ganze Halberstädtilche ist unter den deutschenLändern eines der volkreichsten, bei 125,000 Men-schen, auf kaum 50 Ouadratmcilen. Von da sindbis nach Berlin über Magdeburg 24 StundenReise. Mehr aber heute nicht; ich schone dasAuge noch.

Hier der Brief, mit welchem ich deinen be-kam; du predigest in den Wind, Gleim und alleihr andern, ihr habt Unrecht, Tacitus bin ichnicht, auch Livius nicht, ich bin ich; Tacitumhatte ich 3 Jahre lang, da ich mein Buch schrieb,nie gelesen; seiner gedachte ich auch nie; meineSchreibart ist ein Werk der Materie, nicht mei-nes Willens; weitläuftig genug würde ich den

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