Briefe an Bonsletten.
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umgänglich, daß ich 6 Wochen zu Berlin bleibe.Das politische Fach ist schmeichelhafter, ob esaber von den Musen nicht losreißt! quem tu,Melpomene, semel! das literarische kenne ichnoch nicht; aber gewiß ist hier nicht theurer, alszu Genf, und für mich weit lehrreicher zu leben,die Gesellschaft aber äußerst angenehm; Glcimsagte mir : „vergessen werden Sie mich im Getüm-mel Berlins;" ich antworte, was du denkest;er: „nein. Freund, ich weiß, daß Sie mich nichtvergessen werden, Gleime werden Sie so vieleauch nicht finden." Zurück auf unser Zimmer;der Dichter trägt 60 Jahre, dichtete er nicht schon174t die scherzhaften Lieder? Er ist für die Wis-senschaften und für Freundschaft Enthusiast, nichtein I., sondern wie du einer bist! in seinen Au-gen sitzt sein Herz; er ist aber nichts weniger alsein schwacher Mann, sondern voll Nachdruck inseinem Charakter, begabt mit Weltkenntniß, ge-ziert mit der einnehmendsten Höflichkeit; seine Ta-fel ist genau wie deine, dieser Dichter des Weinsund der Liebe trinkt keinen Wein, und läugnetauch letzteres; selten spaziert er, aber er befindetsich vortrefflich dabei, wenn man mit ihm spa-ziert ; habe ich ihn nicht gezwungen auf den Lan-genstein (den er einen Berg nennt) zu klettern?Fühlte er da nicht, was wir aus den Alpen? Ersagte, mit Bonstetten und Ihnen wäre mir keinBerg zu hoch; gesprächig ist er sehr, gütig gegenalle Geschöpfe, auch seinen 13jährigen Hund.Mit ihm lebt eine seiner Nichten, die irgendwoKanonissin ist, und eine kleine Nichte, Luischen,ein ivjähriges Kind, voll Leben und Geist; beideliebenswürdig. Jährlich zweimal ist Generalca-pitel, und nun war eines; der Domdechant v.Spiegel zu Diesenberg wohnt immer zu Halber-