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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
Seite
328
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Brief« an Bonstetten.

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sammen verlassen die Arbeit, ohne welche das Sit-tengemälde, und die xlutarchischen Schilderungen,zu welchen die Muratvri's alles enthalten, unmög-lich herausgefunden werden können; alle zusam-men jagen nach W i tz, die Alten hatten Verstand;sie loben sich Tacitum, und ahmen nur seine Man-gel nach. Mir nwrden die noch älteren lieber: derVater der Dichter ist auch der Geschichtschreiber.Mir sind auch in meinem Buche, dessen Fehler zusehen das Rauchwerk des Lobes mich nicht verhin-derte, nicht jene Capitel, wo man Tacitum zu sehenvermeint, lieb: lieber sind mir die Schlachtenund geographischen Gemälde. Ich denke täglichhierüber, tausend Bemerkungen drängen sich mirvor; besser muß der zweite Theil werden, und.Freund, wenn dein M. nicht geboren ist, Geschicht-schreiber zu werden, so zweifle ich auch, ob derBirnbaum gemacht ist Birnen zu bringen.

Lessings Erziehung des Menschengeschlechteshast du gelesen? Die Idee ist alt, aber schön, undkönnte so gut wahr seyn, als andere. Nathan denWeisen, das vortreffliche L-tück, lies ja bald. Hierhaben wir ein schlechtes deutsches, und kein sran-zösisches Theater. Ich gehe nicht mehr hin, eSwerden unhörbare Stücke aufgeführt, etwa wie beiden Engländern vor Shakefpcar. Spizbart,ein Erziehungsroman (gegen den Abt Resewiz)ist mir gelobt worden; ich habe ihn (und einigeandere) gelesen, aber du könntest das nicht; esscheint, der deutscheGeschmack verwildere. Die Altenhaben in ihrer guten Zeit nie so geschrieben; wennsie, wie oft, populär seyn wollten, erleichtertensie dem Volk die Mühe, sich zu ihnen zu erheben;unsre finden besuemer zum Volk herunterzusteigen,und schreiben dann so herzlich niedrig und unge-uialisch, daß ich Augen und Ohren zuhalten möMe.