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Beobachtungen über Geschichte,
zum Haupt. Daher fängt der Untergang Romsmit dieser unmäßigen Forderung an, und fühlteRom mitten unter seinen Siegen die Unentbehr-lichkeit eines Imperators der erbitterten Factionen.
175 .
Von Revolutionen.
Je mehr Grausamkeit bei einer Revolution er-fordert wird, desto schwächer ist der Staat: weildieses beweiset, daß die Menge gegen sie interes-firt sey, und die Menge gewinnt immer, wennzumal berechnet wird, wie viele Perser ein Soldatdes Leonidas werth war. Die Körper machen dieMenge nicht aus, denn viele streiten nicht mitallen, sondern nur mit dem rüsten Theil ihrer-Kräfte; Griechen und Helvetier mit allen, siegendaher durch die Menge reunirter, nicht Körper,sondern Kräfte und Motive.
170 .
Rom nach Cäsar, Spracusa, Mailand nachden Visconti, und Napoli konnten die Freiheit im-mer wünschen, nie erhalten; die Sitten warennicht wie zu des ersten Brutus oder Tells, oderder Geusen Aeit. Die Marianer verdarben Romdurch ihre Schmeicheleien, Cäsar durch seine gro-ßen und liebenswürdigen Eigenschaften. Epami-nondas macht Theben groß, aber nur für sein Le-beulang. Außerordentliche Cure» müssen die fres-senden Staatskrankheiten eines verdorbenen Vol-kes heilen.
177 .
Ohne große auswärtige Noth geschieht untereiner verdorbenen Nation keine gründliche Ver-besserung, oder sie dauert so wenig, als Kleomenesfeine zu Sparta. — Nach und nach wird ein ver-