Gesetze und Interessen der Menschen. 101
durch welche die Macht solcher Ercesse dem Königauf die Zukunft benommen wird.
172.
Tacitus sagt: Ehret die alte Zeit, unterwerfeteuch der gegenwärtigen, wünschet gute Fürsten,duldet sie, so gut oder so schlimm sie sind.
173.
Des Gracchus Uneigennützigkeit in Sardinienund Drusus seine im Tribunal mag in einer Re-publik eine zweideutige Tugend seyn: denn durchdiese Entfernung von gemeine» Begierden unter-werfen sich Demagogen die Gemüther des erstaun-ten Volkes. Tibcrium betete das Volk bei seinemLeben an und rächte seinen Tod nicht. Dieß Volkuntersuchte das letzte Schicksal Scipio's nicht,damit Cajus Gracchus nicht schuldig befundenwerde.
174.
Rom hatte zur Zeit der Gracchen die Weltbereits zum Theil erobert; wie waren dem Ver-größerungsgeiste seiner Edelleute enge Gränzen zusetzen, indeß der des ganzen Staates keine kannte?Waren Gleichheit und Frugalitat nach Eroberungsolcher Provinzen nicht eine unvernünftige Forde-rung?
Alle Unternehmungen, welche, wie das Agra-ria zu Rom, auch unter verschiedenen Conjunctu-ren Aufruhren veranlaßt haben, und nie oder ohneBestand angenommen worden sind, widersprachendem Geist und System ihrer Verfassungen.
Durch die Gesetze der Gracchen wurde der Adel,durch desselben Widerstand das Volk in Verzweif-lung gebracht, und jede Partei erwog ihren Pri-vatvortheil außer Verbindung mit dem allgemei-nen, und das Volk warf sich Demagogen und Ma-rius'scn in die.Arme, der Adel aber gab sich Sxlla